Am gestrigen 12. Juli wurden die ersten beiden Elektrobusse der Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH (GVB) feierlich übergeben. GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle begrüßte zahlreiche Gäste, unter anderem Umweltminister Bernhard Stengele, Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb und Aufsichtsratsvorsitzender der GVB Nils Fröhlich.
Die GVB startet mit der Elektrifizierung ihrer Busflotte. Den Zuschlag für die ersten beiden Solobusse vom Typ Lion ́s City 12c E erhielt die MAN Truck & Bus Deutschland GmbH im vergangenen Jahr nach einer europaweiten Ausschreibung. Der Entscheidung zur Beschaffung von Elektrobussen vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie, welche im November 2020 beim Fraunhofer-Institut Dresden in Kooperation mit der EBF Innovation GmbH beauftragt und im Mai 2021 fertiggestellt wurde.
Bezuschussung durch Fördermittel
Mit dem Ausbau der Elektromobilität in der Stadt geht die GVB einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Mobilität. Die neuen Busse sind nicht nur emissionsfrei, sondern auch mit der neuesten Generation an Hochleistungsbatterien ausgestattet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Energieeffizienz und eine Reichweite von mindestens 240 Kilometern aus, welche MAN auch noch nach sieben Betriebsjahren garantiert. Damit sind sie gut für kürzere Umläufe im Stadtverkehr ohne die Notwendigkeit eines erneuten Nachladens geeignet. „Möglich wurde die Neuanschaffung der Elektrobusse nur durch das attraktive Förderprogramm des Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz des Freistaates Thüringen, welches mit einer Förderung von 75 Prozent der Kosten für die Busse und 80 Prozent für die Ladeinfrastruktur eine Umrüstung für die GVB und damit die Stadt Gera auf emissionsfreie Busverkehre überhaupt erst möglich gemacht hat. E- Busse kosten heute noch etwas mehr als das Doppelte vergleichbarer Dieselbusse“, vergegenwärtigt GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle. „Die Höhe der Förderung mit EFRE-Mitteln durch das Umweltministerium ist beispielhaft, allerdings sind wir bei den gegenwärtigen Preisen für E-Mobilität auch auf eine so hohe Förderung angewiesen, damit das Investment wirtschaftlich und damit die Fahrpreise erschwinglich bleiben,“ so Rühle weiter.
Sauber, leise, klimafreundlich
Das Thüringer Umweltministerium bezuschusst die Flottenumstellung mittels eines Modell-Förderprogramms aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung. „Sauber, leise, klimafreundlich – ich freue mich, dass nun auch Gera sein Ticket für die E- Bus-Flotte gelöst hat. Nun sind in ganz Thüringen Elektrobusse zuverlässig unterwegs. Fahrgäste und Verkehrsbetriebe sind durchweg zufrieden. Viele Fahrer und Fahrerinnen freuen sich auf die Schicht mit E-Antrieb. Auch die Anwohnerinnen und Anwohner an den Haltestellen sind überzeugte Anhänger des leisen Anfahrens und der Feinstaubentlastung – besonders an Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen. Wir werden den öffentlichen Nahverkehr bei der Umstellung auf emissionsfreie Antriebe weiter unterstützen,“ versprach Umweltminister Bernhard Stengele.
Betriebshof umgerüstet
Die GVB hat in den letzten Monaten ihren Betriebshof umgerüstet, um die erforderliche Ladeinfrastruktur zu installieren. Dort stehen nun sechs kabelgebundene 120-kW- Schnellladestationen in der Busabstellhalle zur Verfügung, um die gerade beschafften Fahrzeuge sowie die nächsten vier zur Beschaffung vorgesehenen Elektrobusse aufladen zu können, wobei die Batterie eines Busses in nur vier Stunden komplett aufgeladen werden kann. Geladen werden die Elektrobusse ausschließlich mit Ökostrom.
Zeit hat der Verkehrsbetrieb unterdessen auch in die Schulung der Busfahrer und des technischen Personals investiert. Neben Bedienung und Fahrweise wurden unter anderem die Zusammenhänge von Fahrverhalten, Topografie und Witterungseinflüssen vermittelt, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Ladezustand der Batterien und damit die Reichweite der E-Busse haben. Für die nächsten Jahre plant die GVB, weitere vier Elektrobusse anzuschaffen, um die in die Jahre gekommenen Dieselbusse schrittweise durch nachhaltige und umweltschonende Busse zu ersetzen.
Das Thüringer Umweltministeriums fördert Busse & Technik in Gera aus Mitteln des Förderprogramms „Modellprojekt Elektrobussysteme“ mit rund 1,5 Millionen Euro. Damit gehen die Elektrobusse Nummer 30 und 31 im Thüringer Nahverkehr in Betrieb.

Hintergrund
Aktuell fahren (mit den zwei neuen in Gera) in ganz Thüringen 31 Elektrobusse (29 vom TMUEN gefördert) – im Landkreis Nordhausen (7), in Jena (5), in Heilbad Heiligenstadt (4), in Bad Langensalza (4 insgesamt, 2 von TMUEN gefördert), in Suhl/Zella-Mehlis (3), in Eisenach (2), Gera (2) und Ilmenau (2 automatisierte Fahrzeuge / „People Mover“). Weitere folgen voraussichtlich noch in diesem Jahr: Auch die Nahverkehrsunternehmen in Bad Salzungen (2), Bad Langensalza (1 weiterer) investieren weiter in neue Technik. In Weimar setzen die Verkehrsbetriebe mit Förderung des TMUEN aktuell auf die ersten Wasserstoff-Busse (3) im Thüringer Linienverkehr. Seit 2018 hat das Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz des Freistaates Thüringen rund 22 Millionen Euro in die Förderung von Elektrobussen gesteckt. In der neuen EFRE-Förderperiode bis 2027 stehen rund Millionen Euro für Busse, Züge im Nahverkehr und die jeweilige Lade- bzw. Tankinfrastruktur zur Verfügung.

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