Historische Erntetechnik im Einsatz

Dörtendorf. Dass auch alte Landwirtschaftstechnik, die mehr als 80 Jahre „auf dem Buckel hat“, noch funktionieren und zur Ernte eingesetzt werden kann, hat der Dörtendorfer Frank Pohl gemeinsam mit seinem Kumpel Jörg Hoffmann im vergangenen Monat eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Mit einem Krupp-Pferdebinder, gezogen von einem Famulus-Traktor, haben die beiden in den trockenen Tagen des Juli Weizen „gebindert“. Bindern ist eine Erntetechnik in der Landwirtschaft, bei der die gemähten Getreidehalme zu Bündeln, also zu Garben, gebunden werden. Zum Einsatz kam bei Frank Pohl dazu ein Binder mit Treibradantrieb. „Der wurde ursprünglich von Pferden gezogen“, weiß der Dörtendorfer, der zu dem Ernteeinsatz einen historischen Fabulus-Traktor fuhr, an dem der Mähbinder mit dem darauf sitzenden Jörg Hoffmann angehängt war. Die historische Erntetechnik funktionierte einwandfrei. „Natürlich muss man die betagten Maschinen gut pflegen und immer mal einsetzen, dann leisten sie auch heute noch gute Dienste“, so Frank Pohl. Er selbst sammelt alte Traktoren und historische Landmaschinen, setzt diese instand, pflegt sie und präsentiert sie mit zahlreichen Gastausstellern bei seinen alljährlichen historischen Traktortreffen in Dörtendorf.

Bei dem Ernteeinsatz unlängst auf einer Pachtfläche in der Flur Dörtendorf haben Pohl und Hoffmann auf rund 70 Meter Länge und fünf Meter Breite insgesamt 220 Weizengarben gebindert. Der dabei verwendete Pferdebinder ist mindestens 80 Jahre alt. „Auf jeden Fall ist das ein Vorkriegsmodell, denn die Teile sind noch nicht mit metrischen Schrauben verbunden. Die wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg in der Landwirtschaftstechnik bei Krupp verwendet“, sagt Frank Pohl.

Für den Erntezeitpunkt war der Reifegrad des Getreides von ausschlaggebender Bedeutung. „Die Weizenkörner müssen bei der Ernte nagelfest sein“, so Pohl: „Nach dem Bindern stellt man zum Trocknen des Getreides mehrere Garben gegeneinander gelehnt als ‚Puppen‘ auf dem Feld zusammen.“ Sind die Körner dann bissfest, kann das geerntete Getreide eingebracht werden.

Die 220 Bündel hat Frank Pohl allerdings gleich nach dem Bindern auf seinem Lanz-Bulldog-Hof in Dörtendorf eingelagert. Die Weizenbündel benötigt er für die Dreschvorführungen beim nächsten Traktortreffen, zu dem er am Pfingstsonntag, den 19. Mai 2024, einlädt.

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