Apfelfest im Rittergut

Am Samstag drehte sich in Kleingera (fast) alles rund um den Apfel

Kleingera. Der Verein zur Erhaltung des Rittergutes Kleingera hatte am vergangenen Samstag zum traditionellen Apfelfest eingeladen. Und zahlreiche Besucher aus Elsterberg, Greiz und Umgebung pilgerten zum Festbetrieb – am Nachmittag war zeitweise kein Parkplatz in dem Ort zu bekommen, sämtliche Straßenränder waren zugeparkt.

Dabei ließen stürmischer Wind und starker Regen am Vormittag noch Schlimmes befürchten. Doch ab Mittag beruhigte sich die Wetterlage und später riss sogar manchmal der Himmel auf und ließ die Sonne durch die Wolken blicken. „Unsere Wetter-App hat uns das prognostiziert und wir hatten keine Bedenken“, sagte Sebastian Anlauft augenzwinkernd am Nachmittag. Er hat gemeinsam mit Mandy Babst den Vereinsvorsitz inne und freute sich über den regen Zuspruch: „Es ist schön, dass die Leute bei uns einen geselligen Nachmittag verleben.“

Im Vorfeld des Festes hatten die Mitglieder des Rittergutsvereins auf ihrer Streuobstwiese rund 1,3 Tonnen Äpfel gesammelt. 54 Bäume stehen auf der Wiese. „Es sind vor allem alte Sorten“, so Sebastian Anlauft. „Die meisten der Bäume wurden um 1900 gepflanzt, sie tragen Äpfel wie Boskop, Gelber Köstlicher und Prinzess-Apfel“, ergänzt Daniela Hommel-Kreißl von den Landfrauen des Rittergutvereins. Sie schenkte in der Bauernstube Apfel-Rum und andere Getränke aus und berichtete mit berechtigtem Stolz, dass die Kleingeraer Streuobstwiese vom Landschaftspflegeverband „Oberes Vogtland“ im vergangenen Jahr als „Schönste Streuobstwiese“ ausgezeichnet wurde.

Die alten Apfelsorten zeichnen sich durch eine große Bandbreite an Aromen, Fruchteigenschaften und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten aus. Sie können als Tafelapfel, Mostapfel, Backapfel, zum Dörren oder Einkochen verwendet werden. Insbesondere bei der Apfelsaft- und Apfelweinherstellung ist diese Vielfalt gefragt.

Ein Großteil der Kleingeraer Äpfel wurden zum Apfelfest von Matthias Grimm aus Waltersdorf gemostet. Er hatte dazu bereits in den frühen Morgenstunden seine fahrbare Mosterei im Rittergutshof aufgebaut. „Bis zur Frühstückspause waren wir fertig“, so Grimm, der dann bis in die Abendstunden von vielen Kleingärtner und Bauern der Umgebung mitgebrachtes Obst zu leckeren Saft verarbeitete.

Derweil fand der frisch gepresste und noch warme Kleingeraer „Streuobstwiesen-Apfelsaft“ bei den Besuchern im Rittergut reißenden Absatz, genauso wie die nicht vermosteten Äpfel und kunsthandwerkliche Gegenstände wie Kränze und weitere Deko-Accessoires, die Vereins-Schatzmeisterin Carina Schmidt verkaufte.

Weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln gingen auch die von den Frauen des Ortes gebackenen 20 verschiedenen Apfelkuchen. Das leckere Gebäck ließen sich die Gäste im Herrenhaus zum Kaffee von Manuel Suhr munden, während Vereinschef Sebastian Anlauft mit Unterstützung von Denise Broll und Tobias Lang an der Grillstation im Innenhof deftige Spezialitäten rosterte. Das bunte Treiben wurde durch einen kleinen Kunsthandwerker- und Flohmarkt sowie eine Tombola ergänzt.

Die Erlöse aus den Verkäufen kommen in die Sanierungskasse für das Dach des Herrenhauses. Denn das denkmalgeschützte Gebäude vom Rittergut Kleingera erhält ein neues Dach. Der hintere Teil der Dachkonstruktion hat bereits neue Schiefereindeckung erhalten. „Für den Abschluss der Dachsanierung benötigen wir jeden Euro und sind dringend auf Spenden angewiesen“, so Vereinschef Anlauft, der sich zudem auch über neue Mitglieder im Rittergutsverein freuen wurde. Informationen und Kontaktmöglichkeiten stehen auf der Website des Vereins rittergut-kleingera.de

Termin: Die nächste Veranstaltung im Kleingeraer Rittergut ist die „Himmlische Weihnacht“ mit Weihnachtsmarkt am 9. Dezember.

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