Mohlsdorf-Teichwolframsdorf – Landgemeinde mit besonderem Charme

Ein Gespräch mit Bürgermeisterin Petra Pampel

Mohlsdorf-Teichwolframsdorf. Seit 2012 gibt es nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Mohlsdorf und Teichwolframsdorf im Südosten des Landkreises Greiz die aktuell rund 4.600 Einwohner zählende Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf. Bürgermeisterin ist seit Oktober 2013 Petra Pampel von der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA). Ich sprach mit ihr über bisher Erreichtes, Aktuelles und Zukünftiges.

Was unterscheidet Mohlsdorf-Teichwolframdorf von anderen Landgemeinden?

Wir sind mit einer Größe von fast 55 Quadratkilometern eine sehr großflächige und weitläufige Gemeinde, die durch ihre zahlreichen Ortsteile ihre besonderen Reize hat. Jeder Ortsteil stellt sich ländlich geprägt anders dar und hat seine eigene Geschichte und seinen eigenen Charme. Die Bewohner haben unterschiedliche Mentalitäten und pflegen eigene Bräuche. Die Einwohner stehen zu ihren Orten. In den vergangenen Jahren konnte ich ein verstärktes Zusammenwachsen unserer Landgemeinde feststellen. Das hat eine gewisse Zeit gedauert.

Wie würden Sie die Entwicklung Ihrer Gemeinde seit der Fusion einschätzen?

Dadurch, dass die beiden Ortschaften Mohlsdorf und Teichwolframsdorf mit ihren Ortsteilen doch einige Kilometer auseinander liegen, gab es nach der Fusion einige Anlaufschwierigkeiten im Zusammenwachsen. Das war ein Prozess, der einige Zeit gedauert hat. Doch die Gemeindevertreter der Orte haben stets versucht, die Belange für ihre Ortschaften auf sachlichem Weg zu vertreten. Es hatte aber auch seinen besonderen Reiz, unterschiedliche Herangehensweisen zu erleben. Die Gemeinde wächst inzwischen immer besser zusammen. Das spüre ich auch im Gemeinderat, in dem wir versuchen, Aufgaben und Probleme ausgewogen zu lösen.

Wie ist Mohlsdorf-Teichwolframsdorf wirtschaftlich aufgestellt?

Ich bin sehr glücklich, dass wir zahlreiche Handwerksbetriebe und einige größere Unternehmen in unserer Gemeinde haben. Im Mohlsdorfer Gewerbegebiet an der Raasdorfer Straße sind Handwerksbetriebe und mittlere Unternehmen mit ihrem Produktionssitz ansässig. Seit 30 Jahren hat Mohlsdorf auch ein Hotel. In beiden Ortschaften befinden sich ein Lebensmittelmarkt, ärztliche Grundversorgung , Grundschulen und Kindertageseinrichtungen. Im Teichwolframsdorfer Ortsteil Kleinreinsdorf hat mit der Firma Alkegen, der früheren Unifrax GmbH, der größte Arbeitgeber und Steuerzahler unserer Gemeinde seinen Sitz. In allen Orten sind kleinere und mittlere handwerkliche Betriebe ansässig. Als ländlich geprägte Gemeinde spielt die Landwirtschaft sicher eine große Rolle? Natürlich. Wir haben große Agrarbetriebe und viele landwirtschaftlich Unternehmen. Die Teichwolframsdorfer Agrar GmbH beispielsweise ist ein großer Gemischtbetrieb mit Ackerbau, Milchviehhaltung und Biogas. Die Markersdorfer Agrar GmbH aus Berga/ E. bewirtschaftet Flächen in Waltersdorf, aber ansonsten wird die Flächenbewirtschaftung in unserer Landgemeinde von ortsansässigen Betrieben übernommen. In Mohlsdorf beispielsweise bewirtschaftet der Landwirtschaftsbetrieb Hohmuth neben den Landwirtschaftsbetrieben Gruschwitz und Engelhardt einen Großteil der Agrarflächen im Ort und seinen Ortsteilen.

Wie steht es um das Vereinsleben in den Orten?

Wir können uns über eine gut aufgestellte Vereinslandschaft und ein reges Vereinsleben in der Gesamtgemeinde freuen. Am deutlichsten ist das an den jährlichen Feiertagen spürbar – egal, ob das Ostern, Pfingsten oder Weihnachten ist. Da übernehmen die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder viel Verantwortung in den Planungen, Organisationen und Durchführungen. Und sie sprechen sich auch miteinander ab. Dazu habe ich in meiner Amtszeit auch einen sogenannten Vereinsstammtisch eingeführt, bei dem sich regelmäßig Vertreter aller Vereine unseres Gemeindegebiets treffen. Dabei kommt es stets zum regen Gedankenaustausch und es werden auch Sorgen und Nöte geteilt. Aber auch die Höhepunkte werden besprochen wie Feuerwehrfeste, die Aktivitäten der Vereine wie zum Beispiel die große Galaveranstaltung der Schalmeien des Turnvereins Kleinreinsdorf, die Ausgestaltung des Osterpfades und Weihnachtsmarktes des Frauenvereins Maxi in Waltersdorf und des FSV Mohlsdorf mit der jährlichen Salatkirmes. Jeden Monat wird etwas anderes organisiert und es ist immer etwas los. Das funktioniert einfach auf dem Dorf und das macht auch den Charme unserer Landgemeinde aus.

Was sind die Höhepunkt Ihrer bisherigen Amtszeit?

Da muss ich sagen, dass ich nie große Versprechungen gemacht habe, weil ich wusste, wie es in den kommunalen Haushalten der Gemeinden aussieht. Doch ich hatte gewisse Visionen. Mir war es wichtig, dass ich die Entwicklung in unserer Landgemeinde voranbringen kann. So auch durch den Zuzug von neuen Einwohnern. Dafür konnten wir in Mohlsdorf ein Wohngebiet ausweisen. In Waltersdorf haben wir einen Bebauungsplan für ein Mischgebiet ausgewiesen. Da die Geburtenentwicklung bei uns entgegen der allgemeinen Statistik rasant nach oben ging, mussten wir den Kindergarten in Mohlsdorf erweitern. Der Kindergartenanbau konnte von 2019 bis 2023 realisiert werden. Mich freut auch, dass wir Investoren gefunden haben, die voriges Jahr einen neuen Supermarkt in Mohlsdorf eröffnet haben. Wir konnten auch Straßenausbaumaßnahmen beispielsweise in Waltersdorf realisieren. Ein großes Thema für mich ist der Brandschutz. Eines meiner ersten umgesetzten Maßnahmen war der Neubau des Feuerwehrgerätehauses für 1,7 Millionen Euro in Teichwolframsdorf. Wir haben in unserer Gemeinde insgesamt sechs Wehren, auf deren Ausstattung und Ausrüstung ich stets ein besonderes Augenmerk gelegt habe. Das ist unserem Gemeinderat auch wichtig. Es gibt ein Brandschutzkonzept, in dessen Rahmen einiges umgesetzt werden konnte. So gab es viele Nachrüstungen im Bereich der Ausstattung. Doch ich habe diesbezüglich noch einiges vor.

Was sind ihre Vorhaben im letzten Jahr Ihrer Amtszeit bis Anfang Oktober nächsten Jahres?

Da habe ich noch einiges auf der Agenda stehen. Ich möchte noch vieles anschieben. So die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Kahmer und die Einrichtung einer neuen Löschwasserentnahmestelle im oberen Ort. In diesem Jahr soll in Teichwolframsdorf mit allen Versorgungsträgern an der Landesstraße 1085 innerhalb der Ortslage eine Straßenbaumaßnahme mit einigen Versorgungsträgern und der Gemeinde beginnen ( Bauzeitrahmen 2,5 Jahre) Weitere Vorhaben sind unter anderem die Planungen für einen Anbau am Feuerwehrgerätehaus in Mohlsdorf und die Planungen für den Umbau des Gerätehauses in Gottesgrün vorzubereiten. Für das Jahr 2024 ist außerdem die Errichtung einer neuen Straßenbeleuchtungsanlage in Waldhaus mit 18 neuen Lichtpunkten vorgesehen. Weiter steht der Abschluss der Baumaßnahme an der Turnhalle Teichwolframsdorf und die grundhafte Sanierung in der Kita Waltersdorf auf der Agenda. Der Abschluss der Flächennutzungsplanung ist für mich auch wichtig, zumal somit für unser gesamtes Gemeindegebiet die weitere Entwicklung bauplanungsrechtlich gesichert wäre. Derzeit wird für den Ortsteil Waltersdorf die Einleitung eines Flurbereinigungsverfahrens vorbereitet, die neben der Bodenordnung auch einige Maßnahmekonzepte beinhaltet. In grundhafte Straßenausbaumaßnahmen hätte ich gern viel mehr investiert, doch es fehlt einfach das Geld dafür. Dann steht auch noch das Bauvorhaben Rad-Gehweg zwischen Greiz und Mohlsdorf mit dem Anschluss an das vorhandene Radwegenetz in der Vorbereitung. Da haben wir bereits vor fünf Jahren Bauerlaubnisverträge mit den Flächeneigentümern abgeschlossen. Am Ende fehlte aber immer das Eigenkapital.

Petera Pampel ist seit 2013 Bürgermeisterin von Mohlsdorf-Teichwolframsdorf. (Foto: Gerd Zeuner)

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