Schauspieler Leonard Lansink spoilert auch Künftiges aus der „Wilsberg“-Reihe
Der aus der ZDF-Krimiserie „Wilsberg“ bekannte Schauspieler Leonard Lansink war am gestrigen Sonntagnachmittag Gast der Matinee in der Greizer Kleinkunstbühne 10arium.
„Ich wuchs in Gelsenkirchen auf, bin Mitglied beim FC Schalke 04 und der SPD. Beiden Vereinen geht es ja im Moment nicht besonders gut“, stellte sich der 68-Jährige dem Publikum vor. Damit war gleich das Eis gebrochen, die Besucher im vollbesetzten Auditorium quittierten diese Begrüßung mit Lachen und herzlichem Applaus.
Im ersten Teil der Veranstaltung las Lansink aus der Biografie über den Greizer Lyriker Günter Ullmann „Die Sonne hat vier Ecken“, in der der Autor Udo Scheer Gedichte und erschütternde Zeitzeugnisse Ullmanns zusammengetragen hat. Dabei zitierte der Schauspieler die Gedichte des 2009 verstorbenen Greizer Poeten überaus kongenial, wie ihm der im Publikum anwesende Rudolph „Ruby“ Kuhl als langjähriger Wegbegleiter Günter Ullmanns bescheinigte.
Nach einer Pause stellte sich Leonard Lansink den Fragen des Publikums, die sich auf die aktuelle politische Situation, ihn persönlich und natürlich die ZDF-Serie „Wilsberg“ bezogen. In dieser spielt Lansing seit 1998 die Hauptfigur – den Antiquar und Privatdetektiv Georg Wilsberg. Zu der Serie wartete der Hauptdarsteller mit ehrlichen Antworten und Hintergrundinformationen auf. 89 Folgen der Kultserie sind bereits gedreht – eine Folge wird in 23 Tagen produziert, pro Jahr entstehen vier Episoden. „Etwa 20 Folgen sind super, 60 sind gut und der Rest ist Schrott“, so der Schauspieler entwaffnend ehrlich dazu. Er möchte gern, dass wenigstens 100 Folgen gedreht werden und hat für die Jubiläumsfolge auch schon konkrete Vorstellungen: „Hauptkommissarin Anna Springer (Rita Russek) heiratet, aber nicht Wilsberg, sondern einen anderen. Damit kommt sie Wilsbergs Antrag zuvor, der sogar schon Ringe besorgt hat und diese dann als Trauzeuge dem Brautpaar unterjubelt, so dass Anna einen Ehering mit dem eingravierten Namen Georg angesteckt bekommt.“ Das sind natürlich nur Lansings Vorstellungen, doch er ist ja nun mal kein Drehbuchautor. „Als Schauspieler hat man da keinen Einfluss. Man muss mit dem leben, was man vorgelegt bekommt, und das beste daraus machen.“
So wird wohl auch die Idee der Zusammenführung Wilsbergs mit dem Münsteraner „Tatort“ als Doppelfolge nur eine Wunschvorstellung bleiben. Realistischer scheint da schon eher die Rückkehr der beliebten Ina Paule Klink, die in der 71. Episode im Februar 2021 ihren bislang letzten Auftritt als Anwältin „Alex“ in der Serie hatte, für eine Folge. „Sie ist ja das Patenkind Wilsbergs und als solche könne sie durchaus wieder einmal dabei sein“, so Leonard Lansink, der in Greiz noch mehr Hintergründe über die Filmproduktionen ausplauderte („wir Schauspieler sind uns alle sehr sympathisch“) und verriet, dass sich in einer der kommenden Folgen Kommissar Overbeck und Steuerprüfer „Ekki“ in einer gemeinsamen WG zusammenraufen müssen.
Auch über sich persönlich gab Lansink einiges preis. Er sei eigentlich ziemlich faul, lieferte ein Abitur mit einem Durchschnitt von über 3 ab, studierte dennoch drei Jahre Medizin und er hat keine Fahrerlaubnis. Die Szenen, in denen er als Wilsberg Auto fährt, meist das von Ekki, werden auf einer abgesperrten Straße gedreht. Zur Querflöte, die zu spielen er einst als Jethro-Tull-Fan lernte, hat er schon seit 20 Jahren nicht mehr gegriffen. Und Wilsberg zu spielen könne er sich auch als 80-Jähriger noch vorstellen: „Ein Antiquar kann ja auch im Sitzen Bücher verkaufen!“
Wilsberg am 11. August im Greizer 10arium:









Hinterlasse einen Kommentar