Sparkasse Gera-Greiz erwirbt Villa Hirsch

Der englische Park soll für die Öffentlichkeit geöffnet werden

Künftig kombinierte Nutzung des Hauses mit Stadt Gera und Sportvereinen.

Eine der größten repräsentativen Villen in der Stadt Gera hat einen neuen Eigentümer. Die Sparkasse Gera-Greiz hat am 6. November die stadtbildprägende Villa Hirsch in der Theaterstraße/Ecke Joliot-Curie-Straße von der Geraer Wohnungsbaugesellschaft GWB „Elstertal“ mbH. Damit ist nicht nur der dauerhafte Erhalt der nunmehr seit zehn Jahren leerstehenden Immobilie gesichert, sondern mit Hilfe eines durchdachten Nutzungskonzeptes ihre langfristige Belebung garantiert.

1894-1902 ließ sich der erfolgreiche Textilfabrikant Georg Hirsch in Gera-Untermhaus den prächtigen Wohnsitz bauen und dokumentierte damit auch die wirtschaftliche Blütezeit seiner Stadt. Die Immobilie erfuhr fortan eine bewegte Nachnutzung, etwa für militärische Zwecke und durch das Geraer Theater, bevor sie 1997 in den Besitz der GWB „Elstertal“ gelangte.

Die Geraer kennen das 1998/99 aufwändig denkmalschutzgerecht sanierte Schlösschen zudem als temporären Ort standesamtlicher Trauungen sowie als früheres Domizil der SRH Hochschule für Gesundheit.

„Durch Fremd- und Eigennutzungen füllen wir diese wunderschöne und gepflegte Immobilie wieder mit Leben und helfen mit, dieses städtebauliche Kleinod auf lange Sicht zu bewahren“, sagt Dr. Hendrik Ziegenbein, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse GeraGreiz. Das kommunale Kreditinstitut plant bereits zeitnah eine Belebung des Objektes.

Schon im ersten Quartal 2025 darf mit dem Einzug erster Nutzungen gerechnet werden. Dann präsentiert sich das Villengebäude als neues „Kommunikationszentrum der Sparkasse Gera-Greiz“ und etabliert unter seinem Dach ebenso das „Haus des Sports“.

Kommunikationszentrum der Sparkasse

Im repräsentativen Erdgeschoss werden künftig vorrangig Kundenveranstaltungen wie das Kommunalforum und das Firmenkundenforum stattfinden, aber auch interne Sitzungen und Schulungen. „Mit dem Erwerb gewährleisten wir die Wahrung und Pflege dieses stadtgeschichtlich und architektonisch wertvollen Schmuckstücks und verschaffen ihm durch unsere Nutzungen eine neue, moderne Funktionalität“, betont Dr. Hendrik Ziegenbein.

Haus des Sports

Besonders erfreulich ist die künftige Nutzung des ersten Obergeschosses durch die Stadt Gera. Sie wird die Abteilung Sport und diejenigen Bereiche, die mit den Sportstätten unmittelbar zu tun haben, einschließlich der „Elstertal“-Infraprojekt GmbH, in den Räumlichkeiten unterbringen. Ergänzt durch den Stadtsportbund Gera e.V. etabliert sie sich in dem historischen Ensemble künftig mit einem Themenkomplex, der von Natur aus mit regem Publikumsinteresse einhergeht.

Im Dachgeschoss stehen zusätzlich Büros für die Geschäftsstellen regionaler Sportvereine zur Verfügung, die selbst keine eigenen Räumlichkeiten besitzen und die von der Nähe zu den hier ansässigen Ansprechpartnern profitieren wollen. „Wir als Stadt freuen uns sehr über die Erweckung dieses historischen Denkmals aus dem Dornröschenschlaf. Die Bündelung des für Stadt und Bürger wichtigen Bereiches Sport stimmt uns zusätzlich positiv, da wir im neuen Haus des Sports ab sofort eine herausragende Anlaufstelle einrichten und mit Stadtsportbund und Sportvereinen zugleich für das Ehrenamt Wege verkürzen und damit wertvolle Zeit durch Synergieeffekte einsparen“, sagt Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg.

Öffentliche Parknutzung

In seinem Nutzungskonzept hat der neue Eigentümer auch für den 10.000 Quadratmeter großen Park im englischen Stil klare Vorstellungen: Der gründerzeitliche Villengarten mit altem Baumbestand, malerischer Brücke und hübschen Spazierwegen soll künftig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und an Wochentagen zum Verweilen einladen.

Für die an der nordöstlichen Grundstücksgrenze befindliche historische Remise, den alten Stall und die ehemaligen Wirtschaftsgebäude sind perspektivisch ebenfalls neue Nutzungen angedacht. „Wir waren viele Jahre lang auf der Suche nach einem Mieter oder Käufer, der unserer Stadt guttut. Nun freuen wir uns, den Kaufvertrag für die Villa Hirsch mit der regionalen Sparkasse GeraGreiz unterzeichnet zu haben. Sie hat uns vor allem mit ihrem Nutzungskonzept überzeugt, das die öffentliche Zugänglichkeit von Haus und Garten für die Bürger garantiert“, sagt Martina Schramm, Geschäftsführerin der GWB „Elstertal“. Gemeinsam mit dem Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Dr. Hendrik Ziegenbein und Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg traf sie sich am 6. November nach dem Notartermin zur symbolischen Schlüsselübergabe in Gera-Untermhaus.

Das hstorische Gebäude ist äm 6.
November in den Besitz der Sparkasse Gera-Greiz übergegangen. (Foto: Sparkasse Gera-Greiz/Christine Schimmel)

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