Hier wurde einst eine grässliche Bluttat verübt
An der alten Straße, die einst die Orte Moschwitz und Wellsdorf auf kurzem Weg miteinander verband, erinnert eine Eiche an einen grausigen Mord, der sich hier vor 128 Jahren zutrug.
Was hier, quasi an der Verlängerung der Gosterstraße unweit des heutigen Greizer Ortsteils Moschwitz, in einer Augustnacht des Jahres 1897 passierte, ist schon mehrfach erzählt worden. Auch auf einem Online-Portal. Doch da es das in dieser Form nicht mehr gibt, soll hier noch einmal über den Mord berichtet werden, den in jenem Sommer wahrscheinlich ein Irrsinnigen verübt hat.
In der Nacht vom 15. zum 16. August 1897 traf ein aus Wellsdorf kommender Radfahrer einen Mann, der vollkommen nackt war und ihn mit wirren Worten ansprach. Der Radfahrer informierte zwei Gutsbesitzer darüber, die sich daraufhin auf die Suche nach dem Nackten machten. Dabei machten sie unweit von Moschwitz einen entsetzlichen Fund: An der Straße nach Wellsdorf lag eine grässlich verstümmelte Leiche. „Die rechte Kopfseite, Kiefer, Nase und Stirn waren zertrümmert. Am Hinterkopf befand sich ein großes Loch und an der rechten Hand eine Schnittwunde“, berichten historische Schriften.
Bei dem Ermordeten handelte es sich um den jungen Franz Louis Daßler. Er wurde gerade einmal 27 Jahre und 20 Tage alt. Da sich an seinem Leichnam noch seine Tasche mit 1,30 Mark und weiter Habseligkeiten befanden, konnte man nicht von einem Raubmord ausgehen. Auch ein offenes Taschenmesser wurde am Tatort gefunden, mit dem Daßler offenbar die Schnittwunde an der Hand beigebracht wurde.
Der nackte Mann wurde am Tag nach der Tat in Noßwitz festgenommen und nach Elsterberg gebracht. Es war ein etwa 20 Jahre alter Stellmachergehilfe namens Hahn aus Naitschau, der am Samstag vor der Tat, am 14. August 1897, offenbar plötzlich geisteskrank geworden war, wie es in alten Schriften heißt: „Man fand ihn am Nachmittag in seiner Kammer knieend mit wirren Worten den Heiland anrufend.“ Anschließend sei er davongelaufen.
Über die Ursache seines veränderten Geisteszustandes und den Grund für die Bluttat gibt es keine Hinweise. Ob der Auslöser dafür war, dass Hahn zwei Wochen vorher von einem Moschwitzer Stellmacher abgewiesen worden war – darüber kann nur spekuliert werden. Was aus ihm wurde, konnte bislang nicht in historischen Quellen gefunden werden.
Der ermordete Franz Louis Daßler wurde auf dem Friedhof in Caselwitz beerdigt. An der Eiche, an der sich die Tat wohl ereignete, brachten Bürger des Moschwitzer Ortsvereins vor einigen Jahren eine Tafel an, die an die schrecklichen Ereignisse des Sommers 1897 erinnert.



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