Da macht Modellflug richtig Spaß

Praxistest: Abheben mit dem
Delta-Flugzeug Sea Land And Air Plus

Von Andreas Abendroth

Delta-Flugzeuge sind bei Modell-Fliegern sehr beliebt. Doch sie zu fliegen, wird als nicht so einfach beschrieben. Neben dem Können des Modellpiloten kommen noch einige technische Grundvoraussetzungen dazu, um einen sicheren Flug durchzuführen. Nur mit der richtigen Delta-Geometrie geht das. Das wichtigste – es gibt kaum was Unangenehmeres, als ein untermotorisiertes Delta-Modell zu fliegen. Außerdem muss der Anstellwinkel bei der Konstruktion berücksichtigt werden. Wer möchte schon ein Modell fliegen, bei welchem die Nase ständig um 15 Grad nach oben zeigen muss, um einen guten Auftriebswert zu erhalten?

Und… Um es vorwegzusagen: bei der Sea Land And Air Plus passt alles zusammen, das Upgrade ist perfekt aufeinander abgestimmt. Das 6-Kanal-Modell ist auf größtmöglichen Flugspaß ausgelegt.

Doch alles der Reihe nach…

In den sozialen Netzwerken kursieren Videos, auf welchem ein Delta-Modell präsentiert wird, welches zu Land und zu Wasser startet und sich scheinbar gut fliegen lässt. Der XiaXiu Sea Land And Air Plus erweckt mein Interesse: Stimmt das hier gezeigte?

Das große Paket hat seine Reise aus Australien – über 15.000 Kilometer – gut überstanden, kommt unbeschädigt in Thüringen (Deutschland) an. Und neugierig wird es gleich geöffnet. Gut verpackt leuchtet mir ein oranger Rumpf entgegen. Dazu Einzelteile und viel Zubehör. Ein EPP-Schaum-Modell, welches als RTF/ARF-Version geliefert wird. Das Komplett-Paket enthält: alle Flugzeugteile, einen 2,4 GHz-Sender, einen 3 S 1500mAh LiPo-Akku, eine Beleuchtungseinheit für die Tragflächen, ein Ladegerät, eine Ersatzluftschraube, Montagekleber, Schraubendreher, Klebepads, Halstragegurt für den Sender und eine gut bebilderte Anleitung in englischer und chinesischer Sprache. Außerdem kann man einen QR-Code scannen, welcher zu ausführlichen Anleitungsvideos (in Chinesisch) führt.
Die elektronischen Elemente sind bereits werksmäßig installiert, der Motor und die drei Servos verbaut.


Um das Modell fertigzustellen, beginne ich mit der Montage der Tragflächen. Die Teile sind passgenau zugeschnitten und werden miteinander verklebt. Zur Stabilisierung wird noch ein Karbonröhrchen in den Nutbereich eingeklebt. Danach ist die Montage des Heckleitwerkes dran. Auch dieses wird passgenau eingeklebt. Zuletzt wird noch die Nase (sie ist aus Gummi) auf die Spitze des Flugzeugs geklebt und mit einem Spanndraht fixiert.
Das Flugzeug ist fertig zusammengebaut.
Doch es gibt noch ein tolles Gimmick – eine LED-Beleuchtung, welche an den Vorderkanten der Tragflächen mittels transparenter Klebepads angebracht wird. Ein- und ausgeschaltet wird diese über einen Kippschalter am Sender.

Die Komponenten der Sea Land Air Plus sind passgenau gefertigt. Tragflächen und oberes Heckleitwerk müssen verklebt, der LED-Leuchtstreifen mittels beiligender Folienpads befestigt werden.
Foto: Andreas Abendroth


Zugriff auf die Elektronikkomponenten und den Bereich für den Akku, hat man auf der Oberseite mittels einer großen Klappe. Diese lässt sich vorne einrasten und wird am hinteren Teil verriegelt.
Der 3s-Lipo-Akku ist mit einem Dean-Stecker versehen und wird in den Nasenbereich des Flugzeugs gesteckt. Damit ist auch der Schwerpunkt eingestellt. (Eine genauere Angabe zum Schwerpunkt habe ich nirgends gefunden, aber mit der Positionierung des Akkus passt es.)

Erwähnt werden muss der Vollständigkeit wegen, dass der Sea Land Air Plus auch über ein GPS-Modul verfügt. Zugeschaltet wird es über einen Kippschalter auf dem Sender. Dessen Funktion habe ich aber nicht ausprobiert, da es dazu keine genaue Beschreibung gibt. In welcher Weise es in den Flug eingreift, ob und wie ich es kalibrieren muss und warum die Luftschraube automatisch startet. (Geschrieben steht: Bewegen Sie das Flugzeug nicht, während das GPS eingeschaltet ist, um nicht die automatische Rückkehr auszulösen und den Propeller zu starten.)
Außerdem wollte ich einen Absturz des Flugmodells nicht riskieren und den Modellflug habe ich ohne solche Hilfssysteme erlernt.

Der Sea Land And Air Plus wird über Höhe, Seite, Querruder und Motordrehzahl gesteuert. Der Sender wird mit Mode 2 geliefert, kann aber umgebaut werden. Der Antrieb erfolgt über einen Brushlessmotor mit einer 2-Blatt-Luftschraube.
Da es auf verschiedenen Untergründen starten kann, ist der Rumpfbereich sowie die seitlichen Enden der Tragflächen mit stabilen Gleitflächen ausgestattet.

Die Sea Land Air Plus hebt auf dem Modellflugplatz „Kammberg“ ab.
Foto: Andreas Abendroth


Dem ersten Flug stand nur noch das Winterwetter in Thüringen im Wege. Im März passte dann das Wetter. Sonne und eine Außentemperatur von 6 Grad Celsius. Auf zum Modellflugplatz „Kammberg“ des Modellflugclubs Geschwenda e.V. Auf dem Vereinsgelände dürfen Flugmodelle mit einem Gewicht bis zu 150 Kilogramm abheben.
Der Flugakku ist geladen und im Flugzeug eingebaut, verschiedene Fotokameras aufgebaut – der Test der Sea Land And Air Plus kann beginnen.
Zunächst kontrolliere ich alle Ruderausschläge – sie stehen auf neutral, lasse dann das Modell auf der Rasenpiste gleiten. Ich möchte ertasten, wie es sich verhält. Nachdem ich ein wenig Gefühl für das Modell und das Verhalten mit Motorsteuerung und der Beschleunigung bekommen habe, drücke ich den Gasknüppel voll durch. Das 1,5 Kilogramm schwere Modell gleitet immer schneller über die Startpiste, ich ziehe das Höhenruder… Die Sea Land And Air Plus hebt nach 10 Metern ab. Ich drehe einige Runden, muss nur das Seitenruder ein wenig nachtrimmen.
Das Flugzeug benötigt eine hohe Startgeschwindigkeit zum Abheben, danach sollte es auf einer konstanten, mittleren Geschwindigkeit geflogen werden. Beim Kurvenflug muss die Geschwindigkeit ein wenig erhöht, gleichzeitig mit Seite und Quer sanft gesteuert werden.
Bei der Landung kann ich raten, mit höherer Geschwindigkeit anzufliegen, um so auch Windböen auszugleichen. Dann die Bugnase etwas nach oben nehmen, damit man einen günstigen Anstellwinkel und damit den passenden Gleitwinkel erreicht. Gleichzeitig die Geschwindigkeit gefühlvoll reduzieren und es setzt sanft auf.

Der LiPo-Akku der Xiaxiu Sea Land Air Plus hat auch bei 6 Grad Celsius gut durchgehalten. Nach 10 Minuten Flug und mehreren Starts und Landungen wird noch 33 Prozent Kapazität angezeigt. Foto: Andreas Abendroth

Mein erster Blick gilt danach dem Akku. Er hat bei 6 Grad Celsius gut durchgehalten. Nach 10 Minuten Flug und mehreren Starts und Landungen wird noch 33 Prozent Kapazität angezeigt.

Ein toller Erstflug, von Zuschauern bekomme ich Applaus. Dann heißt es ein wenig warten und den Akku wieder laden. Bei der zweiten Flugrunde müssen ja noch Fotos gemacht werden.

Die Sea Land Air Plus von hinten beim tiefen Überflug auf dem Modellflugplatz „Kammberg“. Foto: Andreas Abendroth

Mein Fazit…
Es macht richtig Spaß, mit der Sea Land And Air Plus durch die Luft zu düsen. Das Modell ist solide aufgebaut, mit seiner großzügig ausgelegten Motorleistung gut beherrschbar. Ich hatte immer ein gutes Gefühl, es unter Kontrolle zu haben. Die Steuerung arbeitet reaktionsschnell und genau. Dank der Größe des Modells (Länge 92 cm, Breite 66 cm, Höhe (Heck) 26 cm) ist die Fluglage gut sichtbar.
Das Flugmodell eignet sich für alle, die bereits Grunderfahrungen im Modellflug haben. Meine Empfehlung!

Technische Daten:
Name: Sea Land Air Plus
Hersteller / Vertrieb: XiaXiu / KidsToyLover
Ausführung: Doppeldelta-Modell zum Straten auf Land und Wasser
Größe: Länge 92 cm, Breite 66 cm, Höhe 26 cm
Material: EPP-Schaum
Motor: Brushles, mit wasserdichtem 9-g-Lenkgetriebe
Akku: Lipo 3s mit 1500 mAh
Steuerung / Kanäle: Motor, Höhe, Seite, Quer, Beleuchtung, GPS Return
Gewicht: 1500 Gramm

Kontakt und mehr Infos: https://www.kidstoylover.com/de-de/products/sea-land-and-air-3-in-1-large-rc-glider-plane-95cm-2-4g-2000m-waterproof-brushless-power-drop-resistant-remote-control-aircraft?_pos=2&_sid=f523e30de&_ss=r

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