Gedenktafel im Greizer Park erinnert an Rudolph Reinecken

Relieftafel würdigt Leistung des einstigen Parkdirektors

Eine Gedenktafel für Rudolph Reinecken, den langjährigen Direktor des Fürstlich Greizer Parks, hat der Freundeskreis Greizer Park e.V. gestiftet.

Am heutigen 3. Juni um 14 Uhr übergaben Mitglieder des Vereins das Relief mit dem Porträt des Gartenkünstlers vor der Südfassade der Orangerie an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Dietger Hagner, Gartenreferent der Stiftung, dankte dem Vorsitzenden des Freundeskreis Greizer Park e.V., Dr. Christian Wonitzki, für die Umsetzung des Projekts. Wonitzki wiederum dankte der Stiftung, dass diese sich dem Vorhaben aufgeschlossen gezeigt hat und nun auch die Verantwortung für das Kunstwerk als Inventar der Parkausstattung übernimmt. Ganz besonders dankte der Vereinsvorsitzende aber Christian Stark: „Er ist Mitglied in unserem Verein und hatte nicht nur die Idee für das Reinecken-Relief, sondern er hat auch die organisatorischen und fachlichen Fäden bei der Umsetzung in den Händen gehalten.“

Die Idee, Rudolph Reinecken den Besuchern des Fürstlich Greizer Parks bekannter zu machen, beschäftigte den Freundeskreis Greizer Park e.V. schon seit langem. Die praktische Umsetzung – vom historischen Foto bis zum Guss des Bronzereliefs mit dem Bildnis Reineckens – dauerte gut ein Jahr. Gegossen wurde das etwa 50 Kilogramm schwere Relief in einer Dresdner Kunstgießerei.

Möglich und finanziert wurde das Ganze durch eine großzügige private Spende. „Unser außerordentlicher Dank dafür gilt Frau Anneliese Günther-Unterharnscheid, einer heute 94-jährigen wunderbaren Dame, die in Houston, Texas, lebt. Sie hat familiäre Wurzeln in Greiz und verfolgt das Geschehen hier mit großer Aufmerksamkeit“, berichtet Christian Wonitzki.

Die 14 Mitglieder des Freundeskreises Greizer Park sind glücklich, dass Rudolph Reinecken nun die Besucher in „seinem“ Fürstliche Greizer Park begrüßt und hoffen: „Möge er lange Zeit gut erhalten und vor allem verschont bleiben vor Schmierfinken und anderen Vandalen.“

Rudolph Reinecken gilt als der maßgebliche Schöpfer des Fürstlich Greizer Parks wie wir ihn heute kennen. Von 1873 bis 1923 leitete Reinecken die Gestaltung und Pflege des Parks, zunächst als Hofgärtner, später als Parkdirektor. Mit der Relieftafel möchte der Freundeskreis Reineckens Leistung würdigen und hat zugleich ein attraktives Schauobjekt im Eingangsbereich des Parks geschaffen.

Reinecken wurde 1846 in Asternburg/Ostpreußen geboren. Nach einer ersten Berufstätigkeit im Park Muskau unter dem europaweit geachteten Gartenarchitekten Carl Eduard Petzold trat er 1873 in die Dienste von Fürst Heinrich XXII. ä.L. in Greiz. In den folgenden 50 Jahren setzte Reinecken die Umgestaltung des Greizer Parks im Auftrag seines Dienstherrn nach eigenen Plänen zunächst als Hofgärtner, dann als Garteninspektor und schließlich ab 1892 als Parkdirektor um.

Darüber hinaus plante und gestaltete Rudolph Reinecken zahlreiche weiteres öffentliche und private Park- und Gartenanlagen  in Greiz und anderen Orten. So zum Beispiel das Tal der Elften Stunde, die Ida-Höhe und die Parkanlage am Mausoleum in Waldhaus. Zudem war der Parkdirektor auch in der Entwicklung des Stadtgrüns engagiert. Der Freundeskreis Greizer Park listet dazu folgende Objekte auf: Stadtpark, Lindenallee, Carolinenstraße, Krankenhauspark, Parkanlage im Ernst- und Lina-Arnold-Stift in der Leonhardstraße sowie Umgestaltung des Fürstlichen Küchengartens und Mühlenareals – des heutigen Schlossgarten. Beispiele für private Anlagen sind der Arnoldsche Villengarten in der Plauenschen Straße und der Grimmsche Besitz am Hainbergpark. Auch an der Gestaltung von Gartenanlagen unter anderem in Mylau, Rodewisch und Wernesgrün war Reinecken beteiligt.

Nach seinem Dienstende 1923 lebte Rudolph Reinecken, betreut von einer seiner vier Töchter, weiter in Greiz, wo er am 5. Januar 1928 an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb.

Besucher des Fürstlichen Greizer Parks können die Zeugnisse von Reineckens außergewöhnlichem gartenkünstlerischem Talent nach wie vor bestaunen, entspricht doch die heutige Parkgestaltung und -ausstattung weitestgehend  der maßgeblichen Schöpfungszeit um 1873. Die Pflanzungen im Greizer Park sind von Reinecken wesentlich artenreicher ausgeführt worden als von Petzold konzipiert – sicher begründet durch sein besonderes botanisches und dendrologisches Interesse.  (Quelle: Freundeskreis Greizer Park e.V.)

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