„Garten ist unser Leben, Kunst gehört dazu“
Wenn an diesem Sonntag, den 15. Juni, in Gera und im Kreis Greiz zum „Tag der offenen Gärten“ eingeladen wird, öffnet sich auch wieder das Tor zum Vier-Seiten-Hof von Andrea und Eberhard Fetting in Hohenölsen für Besucher.
Zum bereits vierten Mal sind die Fettings bei der Open-Garden-Aktion dabei. Dabei ist das Gehöft des Ehepaares eigentlichen gar kein Garten im wortwörtlichen Sinne – der schließt sich erst hinter dem Anwesen an. Aber der Innenhof ist ein grünes und blühendes Refugium in überwältigender Pracht. Rund um einen kleinen Teich präsentiert sich den Besuchern in unzähligen Pflanzkübeln und Töpfen eine florale Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Da blühen Rosen und Hortensien im Schatten einer großen Zimmertanne, während Orangen- und Zitronenbäumchen erste Früchte tragen.
„Der Innenhof ist unsere Oase der Ruhe und unser kreativer Rückzugsort“, sagt Eberhard Fetting. Das Vier-Seiten-Gehöft hat er mit seiner Frau vor 13 Jahren gekauft. „Da war hier noch nicht viel von Blumen oder Pflanzen zu sehen“, erinnert sich der 69-Jährige, der damals noch berufstätig war. Doch mit dem Einzug hat das Ehepaar begonnen, den etwa 400 Quadratmeter großen Hof zu bepflanzen. Mit den Jahren kamen immer mehr Blumen, Sträucher und Bäumchen dazu. Wieviel Einpflanzungen heute das Areal im Innenhof säumen, kann er nicht sagen. Es sind Hunderte. Und die bedürfen natürlich auch hinwendungsvoller Pflege.
Seit Fetting vor sieben Jahren in den Ruhestand ging, kümmert er sich täglich zwei bis drei Stunden um die Pflanzen. Selbstverständlich unterstützt von seiner Frau. „Sie beseitigt das Unkraut und sorgt auch sonst für Ordnung, während ich für den kreativen Part und die Bewässerung zuständig bin“, beschreibt der einstige Diplomingenieur schmunzelnd die „Arbeitsteilung“. Im Sommer benötigt er täglich 200 bis 300 Liter Wasser zum Gießen. Als Quelle dafür dient ein Regenwasserspeicher mit 4.000 Litern Fassungsvermögen.
Eine Lieblingspflanze oder -blume möchte Eberhard Fetting nicht benennen. „Alle sind wichtig und jede ist anders. Es muss halt alles zusammenpassen,“ so der Gartenfreund. Allerdings hängt sein Herz schon etwas mehr an seinen exotischen Zöglingen wie der Japanischen Hortensie oder dem Szechuan Pfeffer aus China. „Dessen rote Früchte werden geröstet und Gewürzmischungen beigefügt“, sagt Fetting. Als recht aufwändig zu pflegen beschreibt er seine australische Zimmertanne. „Die war schon etliche Meter hoch. Jetzt habe ich sie auf etwa drei Meter zurückgeschnitten und würde sie gern abgeben. Ich könnte sie mir gut an einer gastronomischen Einrichtung vorstellen. Vielleicht findet sich ja ein Interessent“, hofft er und kündigt an, zum Tag der offenen Gärten noch weitere Einpflanzungen abgeben zu wollen.
Ab 10 Uhr bis in die späten Nachmittagsstunden können am Sonntag Gertenfreunde und solche, die es werden wollen, den Hof von Familie Fetting in der Hohenölsener Dorfstraße 1, gleich gegenüber der Eisdiele, besuchen. „Der Garten ist unser Leben, und die Kunst gehört dazu“, so das Ehepaar. Deshalb werden die Besucher nicht nur Florales bestaunen können, sondern auch Bilder, Skulpturen und Schmuck. So stellt der Holzbildhauer Ralph Hübschmann in der privaten Galerie der Fettings elf Skulpturen aus. „Ich bin zum dritten Mal dabei“, so der Hohenölsener, der am Sonntag Werke mit Titeln wie „Erblühen“, „Flora“ und „Flower“ präsentiert, die durchaus zum Thema der offenen Gärten passen. Außerdem stellt Ute Albrecht Kunst und Keramik aus und von der Greizer Künstlerin Regina Noglik sind Illustrationen und Blütenschmuck zu sehen. Aber auch zu hören gibt es etwas – von 11 bis 12 Uhr singt und spielt der Musiker Ralf Dietsch Lieder, auch nach Wünschen der Besucher.
„Wir freuen uns über jeden Gast und sorgen selbstverständlich auch für das leibliche Wohl“, laden Andrea und Eberhard Fetting ein.




























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