Jubiläumsausstellung im Greizer Sommerpalais

Sonderschau zu 50 Jahren Satiricum

In diesem Jahr gibt es im Sommerpalais im Greizer Park ein großes Jubiläum: 50 Jahre Satiricum wird gefeiert. Natürlich wird zu diesem denkwürdigen Jubiläum eine Sonderschau gezeigt.

„Der 18. Juni 1975 ist das Gründungsdatum des Satiricums“, berichtet Museumsdirektor Dr. Ulf Häder am Tag vor der Ausstellungseröffnung. An jenem Tag vor 50 Jahren hatte das Kulturministerium der DDR die Zustimmung zur Gründung eines Karikaturmuseums in der ehemaligen Residenzstadt Greiz erteilt. Stark gemacht hatten sich dafür der damalige Greizer Museumsdirektor Werner Becker und der Karikaturist Harald Kretzschmar. Letzterer war Sektionsleiter im Präsidium des Verbandes Bildender Künstler und konnte dadurch die Entscheidungsfindung der DDR-Oberen maßgeblich beeinflussen. Als Argumente für ein Karikaturmuseum in Greiz spielte zum einen die Tatsache eine Rolle, dass es hier im Sommerpalais bereits eine Karikaturensammlung mit englischen und französischen Drucken des 18. und 19. Jahrhunderts gab, die einen passenden Anknüpfungspunkt bot. Zum anderen war nicht zu unterschätzen, dass das Städtchen Greiz in der vogtländischen Provinz abseits von den Großstädten lag, so dass eventuell überkritische Zeichnungen nicht so wahrgenommen wurden, als wenn sie in Berlin, Dresden oder Leipzig zu sehen gewesen wären. Hoffte man zumindest.

Das Satiricum im Greizer Sommerpalais erwarb sich schnell den Ruf als Mekka der ostdeutschen Karikatur. Maßgeblich trugen dazu die alle zwei Jahre durchgeführten Biennalen bei, in denen die Karikaturisten aus der ganzen DDR ihre Werke präsentierten. Nach der letzten Biennale 1990 wurde diese Tradition ab 1994 mit den Triennalen fortgesetzt, die mittlerweile zu den führenden Leistungsschauen der Gegenwartskarikaturen im gesamtdeutschen Raum gehören. Alle drei Jahre zeigen hier nicht nur bundesdeutsche Cartoonisten ihre Arbeiten in Greiz, sondern inzwischen auch Zeichner aus Österreich und der Schweiz.

Die Jubiläumsausstellung blickt auf 50 Jahre Satiricum mit all seinen Biennalen und Triennalen zurück. Eine Besonderheit bilden die Zeichnungen aus der Wendezeit, von denen sich mehrere Motive in das kollektive Gedächtnis eingegraben haben. Ein Beispiel ist die Karl-Marx-Karikatur von Roland Beier aus dem Jahr 1989, der dem Philosophen die Worte „Tut mir leid Jungs! War halt nur so´ne Idee von mir…“ in den Mund legte.

Gezeigt werden im Obergeschoss des Sommerpalais‘ bis zum 1. März 2026 Karikaturen aus dem eigenen Bestand – durch die Ankäufe in den letzten fünf Jahrzehnten verfügt das Haus einen Fundus von über 20.000 Blättern. Rund 200 davon sind in der Ausstellung zu sehen, die Ende Oktober gegen andere Exponate ausgetauscht werden. Eine Besonderheit wird während der gesamten Laufzeit gezeigt: Gezeichnete Grüße zum Jubiläum, mit denen Cartoonisten zum 50-Jährigen gratulieren und ihre Verbundenheit zum Satiricum ausdrücken.

Neben den politisch ambitionierten Arbeiten vor, während und nach der Wendezeit sind im Gartensaal des Sommerschlösschens Zeichnungen von Uli Stein zu sehen, der wohl zu den populärsten deutschen Cartoonisten gehörte.

Eröffnet wird die Ausstellung „50 Jahre SATIRICUM“ am morgigen Samstag, den 21. Juni, um 11 Uhr. Alle Freunde der lustigen Zeichnungen und Interessenten sind dazu eingeladen.

Dr. Ulf Häder an der Marx-Karikatur von Roland Beier aus dem Jahre 1989. (alle Fotos: Gerd Zeuner)

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