Greizer Theaterherbst 2025 eröffnet

Greiz wird für neun Tage „strahlendes Kulturzentrum im Freistaat“

„Traumwelten“ ist das Motto des diesjährigen Greizer Theaterherbstes. Passend zu dem Thema wurde das 34. Theaterherbst-Festival am Freitagabend in der Kulturkirche Aubachtal mit dem Stück „Das Leben ist ein Traum“ des spanischen Dramatikers und Poeten Pedro Calderón de la Barca eröffnet.

Vor der Aufführung dankten Theaterherbst-Vereinschef Elric Popp und der Künstlerische Leiter Jeffrey Döring der Stadt und des Landkreises Greiz, dem Freistaat Thüringen, Vereinen und Sponsoren, ohne die das Festival mit seinen Werkstätten und Gastspielen nicht möglich wäre, und hoben die Bedeutung des Greizer Theaterherbstes für die Menschen und die Region hervor. Nicht zu unterschätzen sei der sozio-kulturelle Aspekt und die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in den Werkstätten. Das unterstrich auch der Thüringer Kultusminister Christian Tischner, der als einst als Schüler selbst in einer Theaterherbst-Werkstatt mitgewirkt hat und später Vorstandsmitglied war, in seinem Grußwort: „Der Greizer Theaterherbst hat sich über die Jahrzehnte gut und stark entwickelt. Er hat kulturelle Highlights geschaffen und vermittelt ein Gemeinschaftsgefühl, das weit über die Region hinausstrahlt und auch Thüringen prägt.“ Das Festival sei für neun Tage sogar das „strahlende Kulturzentrum im Freistaat.“

Eine besondere Ausstrahlung versprühte auch das Stück, das nach den einleitenden Worten zur Aufführung kam.  Leiter und Regisseur Jeffrey Döring hat „Das Leben ist ein Traum“, ein Versdrama aus dem 17. Jahrhundert von de la Barca, überarbeitet, seinen Akteuren auf den Leib geschrieben und mit modernen Versatzstücken versehen. So fährt die Protagonistin Rosaura mit einem Motorrad-Taxi vor und am Ende wird die rote Fahne geschwenkt. Doch der Grundaussage bleibt das Stück treu. Es behandelt die Frage nach dem freien Willen und dem Schicksal. Ist das Leben vorbestimmt oder beeinflussbar? Diese Frage stellt sich auch Prinz Sigismund, der seit seiner Geburt wegen einer dunklen Vorhersage in einem dunklen Turm eingesperrt ist. Zwanzig Jahre später wagt der alte König ein Experiment: Er lässt Sigismund für einen Tag in den Palast schaffen. Zeigt er sich als milder Herrscher, wird er der neue König. Ist er der Tyrann der Prophezeiung, wird er wieder eingesperrt und alles war nur ein Traum …

In der Rolle des Sigismund überzeugte Maximilian Graefenberg Naumann, der in der Theaterlandschaft des Vogtlandes kein Unbekannter ist. Für die komischen Momente in dem Zwei-Stunden-Stück sorgte Marko Nachsel als Rosauras Diener. Das Spiel des Spaßmachers animierte das Publikum immer wieder zu Szenenapplaus. Musikalisch steuerten Anna Zustra und Danny Weber Gesang und Schlagzeugrhythmen sowie allerlei Play-Back-Klänge bei.

Bis zum 20. September können nun die Gäste des 34. Greizer Theaterherbstes in die verschiedenen „Traumwelten“ eintauchen. Diese gestalten dieses Jahr rund 50 Mitwirkende in Eigenproduktionen. Zusammen mit den Gastspielen sind etwa 100 Akteure zu erleben. Dazu kommen zahlreiche Helfer und Unterstützer hinter den Kulissen.

Die mit viel Herzblut vorbereiteten Programme und Aufführungen der Amateure und Profis sind genauso vielfältig wie die Aufführungsorte. So gibt es Vorstellungen im 10aRium, im Kulturcafé im Heyerschen Haus, in der Vogtlandhalle, im Haus Friedensbrücke und in der Alten Papierfabrik.

Programm: www.g.theaterherbst.de

Bilder:

08: Der Vorsitzende des Theaterherbstvereins, Elric Popp (li.), und der Künstlerische Leiter Jeffrey Döring eröffnen das Festival. (Foto: Gerd Zeuner)

46: Szene aus dem Eröffnungsstück mit Silja Schmidt (Rosaura), Maximilian Graefenberg Naumann (Sigismund) und Holger Springer (blinder Wächter). (Foto: Gerd Zeuner)

79: Maximilian Graefenberg Naumann als Sigismund im Eröffnungsstück. (Foto: Gerd Zeuner)

94 u. 96: Finale des Eröffnungsstückes „Das Leben ist ein Traum“. Graefenberg Naumann (Sigismund)

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