Blaubarts Burg entführt in eine andere Welt

Dokumentar-Oper mit der Musik von Bartók beschäftigt sich mit dem Thema Einsamkeit im Alter

Allein-Sein ist wie Balsam für die Seele, doch Einsamkeit ein tödliches Gift, so könnte man das Motiv der immersiven Oper „Blaubarts Burg“ am morgigen Freitag, dem 26. September, um 19.30 Uhr im Kleinen Saal des Neuberinhauses beschreiben.

Einsamkeit ist wie ein sickerndes Gift. Sie tötet langsam. Auch Blaubart ist einsam in seiner nachtschwarzen Burg. Da tritt Judith in sein Leben. Wie ein Stern vertreibt sie die Finsternis und öffnet siebenverschlossene Türen, die Einblick in Blaubarts Seele gewähren. Ausgehend von Béla Bartóks rätselhafter Märchen-Oper entsteht ein dokumentarisches Musiktheater zum Thema Einsamkeit im Alter.

Über Monate führte der Regisseur Jeffrey Döring Interviews mit Senioren und Pflegekräften zu Erfahrungen Einsamkeit. Entstanden sind berührende, überraschende und auch Mut machende, menschliche Geschichten. Einzelne Interviewpartner gewährten Einblicke in ihre jeweilige Wohnsituation, ihre ganz persönliche Burg, welche als Video-Projektionen in die Aufführung einfließen. Mit jeder geöffneten Tür Judiths dringen immer mehr Interview-stimmen in den Raum ein, wodurch sich Dokumentation und Oper allmählich vermischen. Das Publikum kann sich frei bewegen und entscheiden, welcher Stimme es sich annähert und lauschen möchte. Was führt zur Einsamkeit und wie lässt sie sich mildern? Welche Verantwortung tragen Mitmenschen?

Gesang trifft auf Sounddesign, Kammerensemble auf elektronische Klänge und so verschmelzen Oper und Dokumentation zu einer immersiven Klang-Erfahrung, bei dem das Publikum inmitten von Spielern und Kulisse eine besonderes Theatererlebnis erfährt. Das Theaterstück findet im Rahmen des Theaterfestival „ungeheuer“ im Neuberinhaus statt und wurde durch die Gleichstellungsbeauftragte des Vogtlandkreises gefördert.

Tickets gibt es online auf neuberinhaus.de und in der Kultur Information auf dem Reichenbacher Markt, Restkarten an der Abendkasse.

Blaubart (Foto: Jeffrey Döring)

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