Die Oktober-Termine auf Burg Posterstein
Schon rund 700 große und kleine Gäste konnte das Museum Burg Posterstein in der ersten Herbstferienwoche begrüßen. Viele von ihnen kommen ganz gezielt, um das Ferienrätsel „Ammenmärchen“ zu lösen. Aufgebaut wie eine kleine Geschichte, führt es an sieben Stationen durch die Ausstellung. Diesmal geht die Zeitreise ins späte Mittelalter. Das Rätsel kann noch bis Ferienende am 19. Oktober gelöst werden.
Als nächstes Veranstaltungshighlight folgt darauf der „Geistertag“ am 31. Oktober. Von 11 bis 16:30 Uhr erwachen Gestalten aus den Postersteiner Sagen zum Leben. Am Abend gibt es exklusiv und auf Vorbestellung eine Grusellesung für Erwachsene.
Bis 16. November ist noch die Ausstellung „Sonst nichts Neues“ über Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg zu sehen. Dann eröffnen wir am 26. November in einem Raum im Obergeschoss der Burg die Kabinett-Ausstellung „Künstler, Ökonomen, Staatsmänner – Wer prägte das Altenburger Land?”, die bedeutende Persönlichkeiten der regionalen Geschichte vorstellt. Am 1. Advent wiederum startet die traditionelle Weihnachtskrippenausstellung. Bitte beachten Sie, dass hierzu im November noch ausführlichere Informationen folgen, denn hinter den Kulissen sind dazu gerade Entwicklungen im Gange. Am 3. Advent findet dann wieder „Advent im Salon“, ein weihnachtlicher Tag für die ganze Familie, statt.
Hier ausführliche Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen:
+++Kabinett-Ausstellung „Sonst nichts Neues“+++
bis 16. November 2025
Im Mittelpunkt der Ausstellung „Sonst nichts Neues“ steht Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg. Als Teil davon thematisiert die gleichnamige Wanderausstellung der Hans-Fallada-Gesellschaft die vollständig erhaltenen Feldpostbriefe von Ulrich Ditzen, dem jüngeren Bruder des berühmten Schriftstellers Hans Fallada. Darüber hinaus zeigt das Museum Burg Posterstein über hundert Feldpostkarten von Soldaten aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg. Fallada selbst verbrachte die Kriegsjahre als Eleve auf dem Rittergut Posterstein. Während der Rittergutsbesitzer im Krieg war, kümmerte er sich um die täglichen Geschäfte. Die Kabinett-Ausstellung verknüpft die Feldpost von der Front mit dem Leben in der Heimat.
++Sonst nichts Neues++
„Sonst nichts Neues“ – Nicht nur Hans Falladas Bruder Ulrich Ditzen verwendete diese Formulierung in seinen Feldpostbriefen aus den Schützengräben in Frankreich. Auch Florus Kirmse aus Nöbdenitz schrieb so an seine Verlobte Hilma Kriebitzsch aus Heyersdorf. Den Postkarten-Verkehr des jungen Paares hat Klaus Köhler aus Wettelswalde aufbewahrt und dem Museum Burg Posterstein für die Zeit der Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Solche Feldpostkarten sind wichtige historische Zeugnisse. Wie viele von ihnen noch in Haushalten des Altenburger Landes schlummern, zeigte dem Museumsteam die riesige Resonanz auf den Aufruf, der Ausstellung Feldpost aus privaten Schätzen beizusteuern. So gehen nun zahlreiche Leihgaben von Privatsammlungen in die Sonderschau ein. Aufbereitet hat das Museum persönliche Schicksale, thematisch sortiert.
++Rudolf Ditzen blieb in Posterstein++
Als am 1. August 1914 der Erste Krieg ausbrach, befand sich Rudolf Ditzen als Eleve auf dem Rittergut Posterstein. Die Kunde vom Krieg drang in jedes noch so kleine Dorf vor, denn fast alle jungen und auch ältere Männer meldeten sich freiwillig zum Kampf. Der Kriegsdienst war ideologisch überhöht, niemand hatte mehr persönliche Erinnerungen an die Schrecken, die Kriege immer mit sich bringen.
Auch Rudolf Ditzen wollte in den Krieg ziehen, wurde aber ausgemustert. So kehrte er nach Posterstein zurück, wo er auf dem Rittergut dringend gebraucht wurde. Denn der Rittergutsbesitzer Walter Herrmann und sein Inspektor wurden eingezogen. Fortan war der Eleve Rudolf Ditzen derjenige, der die verbliebenen Arbeitskräfte einteilte, die Produkte verkaufte, die Löhne auszahlte und die Obhut über Tiere und Felder hatte.
„Vielen Dank für die Hosenträger, fürs Erste trage ich noch die alten. Schon der Preis lässt mich die Benutzung noch möglichst lange herausschieben. Sonst nichts Neues. Tausend Grüße Euer alter Uli“.
Das waren die letzten Briefzeilen des 21-jährigen Ulrich Ditzen, Leutnant der Reserve im 7. Königlich Sächsischen Feldartillerie-Regiment 77. Er war vier Jahre lang als Soldat im Ersten Weltkrieg. Wenige Wochen vor Kriegsende, am 12. August 1918, starb er an der Westfront.
Die geschlossen erhaltene Sammlung der Feldpostbriefe Ulrich Ditzens ist Dokument und Quelle einer Generation, die von der Schulbank an die Front zog. Zwischen Gefechtslärm und Kriegsalltag bilden die Briefe einen Lebenslauf ab, dessen Fragmente den anonymen Gesamtdarstellungen und Schlachtverläufen die unmittelbare Wahrnehmung eines jungen Menschen als Soldat gegenüberstellen. Falladas Lebens- und Schreibort mit dem heutigen Hans-Fallada-Museum und -Archiv in Carwitz war Ausgangspunkt der Wanderausstellung, die auf der Grundlage von über 500 Feldpostsendungen und fast 300 Fotografien die kurze Biografie Ulrich Ditzens rekonstruiert und illustriert.
++Zum Weiterlesen: Hans Fallada in Posterstein++
Weitere Informationen zu Rudolf Ditzens Zeit in Tannenfeld und Posterstein gibt es hier auf unserer Website und ganz ausführlich im Buch „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“.
+++3. Geistertag auf Burg Posterstein+++
31.10.2025, 11:00 – 16:30
Weiße Frau, Drachen, schauriger Mönch: Am Geistertag auf Burg Posterstein spuken Gestalten der Postersteiner Sagenwelt durch die “Kinderburg”. Entdecke sie und ihre spannenden und manchmal gruseligen Geschichten an verschiedenen Stationen in der ganzen Burg.
Ein Tag für Familien – mit den Rittern und Burgdamen der „Gefolgschaft zu Posterstein“, die in Kostüm die Sagenwelt aufleben lassen.
Ein individueller Rundgang zu Sagen und Schauergeschichten aus Posterstein und Umgebung.
Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist der normale Museumseintritt.
Im Anschluss bietet es sich für große und kleine Geister an, ins Nachbardorf Nöbdenitz weiterzuziehen, wo es eine Halloween-Schnitzeljagd durchs Dorf gibt.
+++Grusellesung für Erwachsene+++
31.10.2025, 20:00 – 22:00
Wenn Ronny Ristok und Franziska Huberty auf der Burg Posterstein aus Klassikern des Horror-Genres lesen, erwartet die Zuhörer eine Lesung mit einem gewissen schaurig-schönen Nervenkitzel. Die Grusellesung für Erwachsene an Halloween findet schon zum dritten Mal statt.
Ronny Ristok studierte Medienkunst, arbeitet seit sechs Jahren hauptsächlich als Theaterfotograf am Theater Altenburg Gera und wohnt in Posterstein. Er ist ein Freund des Grusel-Genres und lädt zum Mitgruseln ein bei knarrendem Gebälk und Wind, der durch die Burggemächer heult.
Franziska Huberty ist Historikerin im Museum Burg Posterstein und unter anderem bekannt als die Stimme des Podcasts “LeseZEIT auf Burg Posterstein”.
Die Grusellesung ist exklusiv für Erwachsene.
Eintritt: 15 Euro, Getränk inklusive
Die Plätze sind begrenzt – eine Voranmeldung unter (034496) 22595 ist unbedingt erforderlich! Karten gibt es nur so lange der Vorrat reicht.


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