Zur Mahnung und gegen das Vergessen

„Solange es mich gibt, mache ich das“

Es war am zeitigen Sonntagmorgen zum Volkstrauertag, als sich der Arnsgrüner Gerhard Hadlich auf den Weg zum Kriegerdenkmal gegenüber der Kirche im Ort machte, um dort ein Gebinde abzulegen.

Und das tat Hadlich jedes Jahr schon seit 2017, als die Denkmalanlage für die Opfer des 1.  Weltkrieges durch einen Gedenkstein für die Opfer des 2. Weltkrieges ergänzt wurde. Dies geschah auf Initiative von Gerhard Hadlich. Ein dreiviertel Jahr hatte er damals akribisch nach den Gefallenen recherchiert, bevor alle 18 Namen alphabetisch mit dem Geburtsjahr auf dem Stein verewigt werden konnten.

„Ich bin noch der Einzige in Arnsgrün, der alle Gefallenen persönlich gekannt hat“, berichtet der heute noch sehr agile 90jährige. Mit viel Zeit, großem persönlichen Engagement und finanziellem Einsatz hat Hadlich für diesen Gedenkstein gesorgt, der an die Opfer und den Krieg erinnern sollen.

Für seinen beispielhaften, vorbildlichen Einsatz wurde Gerhard Hadlich 2018 der Denkmalpreis verliehen. Für ihn bedeutet das Kriegerdenkmal Mahnung, dass die Geschichte nicht verblassen darf. Aber er ist auch in Sorge um die gegenwärtige Entwicklung. „Sie haben nichts gelernt und kapiert aus der Vergangenheit“, sagt er in der Hoffnung auf Frieden. Er hält kurz inne, als er das große schmucke Gebinde am Denkmal ablegt. Und wie auch damals der größte Teil des Gedenksteins von einigen Tausend Euro von ihm persönlich getragen wurde, werden auch die jährlichen Gebinde von ihm beglichen. „Solange es mich gibt, mache ich das“, so Hadlich überzeugend und mit Herzblut.

Möge Gerhard Hadlich noch weitere Jahre am Volkstrauertag zur Mahnung und gegen das Vergessen beispielgebend am Arnsgrüner Kriegerdenkmal innehalten. Es war immer noch ruhig und beschaulich in Arnsgrün, als Hadlich das Denkmal verlies. Nur eine Katze hatte neugierig das Geschehen verfolgt.

Text/Fotos: Gabriele Wetzel  

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