Franken-Sachsen-Magistrale – Signale auf Grün gestellt

Oberbürgermeister drängen auf gleichzeitige Brückenerneuerung und Elektrifizierung

Die Planungen zum Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale müssen jetzt synchronisiert und zügig vom Bund beauftragt werden, damit ab 2029 gebaut werden kann.

Die baldige Wiederaufnahme der Planungen zur Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale stand im Fokus des Treffens der Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes in Plauen. Über den aktuellen Stand des Projekts hat Martin Walden berichtet, Konzernbevollmächtigter der Bahn für den Freistaat Sachsen.

Die Signale werden auf Grün gestellt, nach Jahren des Stillstands soll das Projekt fortgeführt werden. Bund, Bahn und der Freistaat Bayern sind sich einig, die Streckensperrung zum Ersatz der 18 maroden Bahnbrücken im Pegnitztal zu nutzen, um den Streckenabschnitt Nürnberg – Schnabelwaid zu elektrifizieren. Die Baumaßnahmen sollen endlich Ende des Jahrzehnts beginnen.

Damit würde der drängende Wunsch der Städte, Gemeinden und Landkreise berücksichtigt, in den langen Sperrzeiten nicht nur die zahlreichen Brücken zu sanieren und zu erneuern. „Wir können eine weitaus höhere Akzeptanz für den dauerhaften Schienenersatzverkehr erreichen, wenn nicht nur Versäumtes nachgeholt wird, sondern spürbare Verbesserungen des Bahnbetriebs angegangen werden. Dies wird durch die längst überfällige Elektrifizierung im Pegnitztal erreicht,“ so der Bayreuther Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, der wegen der hohen Reisendenzahlen von und nach Bayreuth besonders betroffen ist. Durch die Bündelung von Brückenerneuerung und Elektrifizierung wird nicht nur Zeit gewonnen, sondern viel Geld gespart.

Die derzeitige Sperrung der Franken-Sachsen-Magistrale im Pegnitztal ist wegen akuter Schäden an den Widerlagern der baufälligen Brücken erforderlich. Sie wirkt sich auch auf die sächsischen Fahrgäste aus. „Die Reise auf der Sachsen-Franken-Magistrale hat bereits 2013 durch das Umsteigen in Hof von den neuen elektrischen Triebwagen auf die Dieseltriebwagen an Qualität verloren. Durch die seit dem 19. September 2025 andauernde Streckensperrung sind weitere Einschränkungen auf bayerischer Seite wie Schienenersatzverkehr und deutlich längere Fahrzeiten hinzugekommen, und das noch bis zum nächsten Sommer“, kritisiert der Gastgeber der Sitzung, Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner. „Wir erwarten daher die Strategie der DB InfraGO und des Bundesverkehrsministeriums, durch die Bündelung der künftigen Baumaßnahmen die Sperrzeiten zu minimieren, sowie die zügige Umsetzung“, so die Zwickauer Oberbürgermeisterin Constance Arndt.

Die Bündelung und der ambitionierte Zeitplan für den Ausbau sind jedoch nur einzuhalten, wenn die Planungen rasch fortgesetzt werden. „Es steht die Beauftragung der DB InfraGO durch das Bundesverkehrsministerium aus, die wir bald erwarten“, gibt sich der Marktredwitzer Oberbürgermeister Oliver Weigel optimistisch.

Nach den Worten von Oberbürgermeisterin Eva Döhla aus Hof hat die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale europäische Bedeutung: „Mit dem Ausbau wird eine immer noch klaffende Fahrdrahtlücke zwischen Ost und West geschlossen. Gleich vier leistungsfähige Bahnstrecken in Sachsen und Böhmen warten darauf, elektrisch an den süddeutschen Bahnknoten Nürnberg angeschlossen zu werden“. Dabei ist die Verknüpfung mit der Neubaustrecke Dresden – Prag sowie die Elektrifizierung von Görlitz nach Dresden enorm wichtig, wie der Referatsleiter Schienenverkehr des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung, Heinz-Georg Donner, den Oberbürgermeistern veranschaulichte.

Die Teilnehmer der Sitzung sind sich darin einig, dass die internationale Bedeutung der Franken-Sachsen-Magistrale in den letzten Jahren wegen der industriellen Erneuerung von Mittel- und Osteuropa und der geopolitischen Entwicklung stark zugenommen hat. Deshalb kommt es nun auf ein gelingendes Zusammenspiel aller Beteiligten an, dass der Ausbau binnen weniger Jahre in Angriff genommen werden kann. Das Sächsisch-Bayerische Städtenetz wird das Planen und Bauen zusammen mit den Landkreisen und Kommunen vor Ort nach Kräften unterstützen.

Treffen des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes am Freitag, den 16. Januar, in Plauen (Foto: © Stadt Plauen)

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