Der smarte Copilot — Sehen, denken, warnen

Im Verbrauchertest: ANTRUE S1 Pro Max im Test: Dual-4K-Dashcam mit
KI-Assistenz auf Top-Niveau

Von Andreas Abendroth

Im August 2023 stellten wir mit der VANTRUE Nexus 5 erstmals eine innovative Dashcam vor. Seitdem haben sich Dashcam-Technologien rasant weiterentwickelt. Insbesondere die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und moderner Blackbox-Technologie – etwa zur automatischen Gefahrenerkennung oder Kennzeichenverarbeitung – hebt aktuelle Kamerasysteme auf ein neues Niveau. Verbesserte Bildqualität und intelligente Speicherfunktionen sind dabei klare Schwerpunkte.
Als eines der derzeit innovativsten Modelle positioniert sich die VANTRUE S1 Pro Max. Das System setzt auf zwei leistungsstarke STARVIS-2-Sensoren (Sony IMX678) und zeichnet sowohl vorne als auch hinten in echter 4K-Auflösung auf. Das Ergebnis: gestochen scharfe, detailreiche Aufnahmen in nahezu allen Fahrsituationen.

Das Dual-Dashcam-Systeme mit Front- und Rückkamera liefert gestochen scharfe Aufnahmen. Hier in der Dämmerung. Foto: Andreas Abendroth

Installation & Inbetriebnahme

Nach der Montage der Front- und Heckkamera sowie der sauberen Kabelverlegung folgt die Ersteinrichtung. Neben grundlegenden Einstellungen wie Sprache, Datum und Uhrzeit muss lediglich eine Micro-SD-Karte eingesetzt und formatiert werden. Die beiliegenden Skizzen erklären übersichtlich, welches Kabel wo angeschlossen wird – auch technisch weniger versierte Nutzer sollten hier problemlos zurechtkommen.

In drei Menüs können alle Einstellungen der S1 Pro Max vorgenommen werden. Grafik: Andreas Abendroth

Im nächsten Schritt verbindet man die Dashcam mit der Vantrue-App. In meinem Fall wurde direkt ein Software-Update angeboten, das reibungslos installiert werden konnte. Der Startbildschirm zeigt eine Live-Vorschau, erlaubt den Wechsel zwischen Front- und Heckkamera, das Starten und Stoppen von Aufnahmen sowie das Deaktivieren des Mikrofons.
Über das Einstellungsmenü (Zahnrad-Symbol) gelangt man zu den Bereichen „Video Einstellungen“, „Vantrue Intelligenz“ und „System Einstellungen“. Die Menüführung ist klar strukturiert, logisch aufgebaut und in weiten Teilen selbsterklärend.

Auf dem Bildschirm der Frontkamera sowie in der Vantrue-App kann man die Einstellungen der Kameras kontrollieren. Foto: Andreas Abendroth

Bildqualität bei Tag, Dämmerung und Nacht

Bereits auf der ersten Testfahrt meldete das System erfolgreich abgeschlossene Kalibrierungen. Für mich besonders entscheidend war jedoch nicht die Performance bei optimalen Lichtverhältnissen, sondern die Bildqualität bei wechselndem Licht und in der Nacht.

Die Kameras der S1 Pro Max liefern dank HDR verwertbare Aufnahmen bei jeder Lichtsituation. Foto: Andreas Abendroth

Hier überzeugt die S1 Pro Max auf ganzer Linie: Dank moderner HDR-Technologie wird die Belichtung automatisch angepasst, starke Kontraste zwischen hellen und dunklen Bereichen werden sauber ausgeglichen. In der Dämmerung verhindert das System Überbelichtungen bei Gegenlicht, nachts entstehen klare, gut verwertbare Aufnahmen. Die Dual-4K-Aufzeichnung liefert dabei durchgehend beeindruckende Ergebnisse.

KI-Assistenzsysteme: beeindruckend, aber nicht fehlerfrei

Ein echtes Highlight sind die KI-gestützten Assistenzsysteme. Bemerkenswert: Das System arbeitet ausschließlich mit optischer Erfassung und intelligenter Software – zusätzliche Sensoren kommen nicht zum Einsatz. Die Kameras analysieren die Bilddaten und berechnen daraus potenzielle Gefahrensituationen.
Besonders positiv fiel mir eine Situation auf einer unbeleuchteten Landstraße auf: Eine dunkel gekleidete Person wurde frühzeitig erkannt und das System warnte zuverlässig mit dem Hinweis „Achten Sie auf Fußgänger!“. Das funktionierte hervorragend.

Dank der KI-Systeme erfasst das System auch bei Gegenlicht Personen und warnt mit der Ansage „Achten Sie auf Fußgänger!“ Foto: Andreas Abendroth

Ganz ohne Fehlalarme kommt das System allerdings nicht aus. Am Straßenrand abgestellte Mülltonnen wurden gelegentlich als Personen erkannt, ebenso vor mir fahrende Radfahrer. Diese Punkte gehören fairerweise in einen Testbericht – auch wenn sie den Gesamteindruck nur geringfügig trüben.
Zudem können die Assistenzsysteme in bestimmten Situationen etwas zu präsent sein. Wer beispielsweise (genehmigt) durch eine Fußgängerzone fährt, sollte die Personenwarnung vorher deaktivieren. Auch die Spur- und Seitenwarnungen reagieren im Stadtverkehr oder auf der Autobahn sehr sensibel. Positiv: Alle Funktionen lassen sich feinjustieren oder komplett abschalten. Ich habe die entsprechenden Warnungen auf „Niedrig“ gesetzt bzw. deaktiviert.

Kennzeichenerkennung & PlatePix™

Absolut begeistert hat mich die Kennzeichenerkennung – selbst bei Regen, Graupel oder starkem Gegenlicht. Möglich macht das die exklusive PlatePix™-Technologie, die Bilddetails gezielt optimiert und in Kombination mit HDR Überbelichtungen reduziert. Für eine mögliche Beweissicherung ist das ein enormer Mehrwert, auch wenn der Einsatz von Dashcams in Deutschland stets im Rahmen der geltenden Datenschutzbestimmungen erfolgen muss.

Der Lieferumfang derVantrue S1 Pro Max Dashcam umfasst standardmäßig alle Komponenten, die für eine grundlegende Installation und den Betrieb erforderlich sind. Foto: Andreas Abendroth

Mein Fazit

Die VANTRUE S1 Pro Max ist konsequent für den Einsatz mit Dual-4K-Aufnahmen von Front- und Heckbereich ausgelegt und überzeugt durch ihre exzellente Bildqualität – insbesondere bei schlechten Licht- und Wetterbedingungen. Ergänzt wird das System durch leistungsfähige KI-Assistenzfunktionen, die über das Vantrue-Intelligence-System mit PlatePix™-AI-Technologie gesteuert werden.
Besonders positiv: Der Nutzer behält jederzeit die volle Kontrolle darüber, welche Assistenzsysteme aktiv sind und in welcher Intensität sie warnen oder unterstützen. Insgesamt präsentiert sich die S1 Pro Max als smarter, zuverlässiger Copilot, der Sicherheit und Technik auf hohem Niveau vereint.

Hinweis: Zur Einhaltung der datenrechtlichen Bestimmungen, wurden die Testfotos bearbeitet, beispielsweise Kennzeichen und Gesichter von Personen verpixelt.
Die Rechtslage bleibt auch 2026 eine „fragile Kompromiss-Lösung“. Daher muss auch weiterhin darauf hingewiesen werden:
– Die Aufzeichnung muss den Datenschutzbestimmungen entsprechen und verhältnismäßig sein.
– Das permanente Aufzeichnen im Straßenverkehr und öffentlichen Raum ist Privatpersonen nicht gestattet. Die wichtigste technische Anforderung ist die Kurzzeit-Schleife (Loop-Recording). Die kurzen Sequenzen von 1, 3, 5 Minuten müssen automatisch überschrieben werden. Bei einem Unfall greift die „G-Sensor-Auslösung“ und speichert dauerhaft.
– In bestimmten Situationen kann die anlassbezogene Aufzeichnung als Beweismaterial gelten. Hier  findet beim Gericht eine Abwägung statt, ob die Aufnahme anlassbezogen war.

Mehr Informationen:   https://www.vantrue.com/en-de

Die wichtigsten Hardware-Komponenten sind die die Front- als auch die Rückkamera. Sie nutzen den Sony STARVIS 2 IMX678 (1/1,8″ Sensor). Dies ermöglicht echte 4K-Auflösung (3840x2160p) bei 30 FPS auf beiden Kanälen gleichzeitig. Beide Kameras verfügen über Weitwinkelobjektive mit einem Sichtfeld von 155 Grad. Foto: Andreas Abendroth
Vantrue S1 Pro Max: Ein integriertes 2-Zoll-LCD-Display dient zur direkten Ansicht und Menüsteuerung. Foto: Andreas Abendroth

Hinterlasse einen Kommentar