Orchester produziert mit österreichischem Solisten CD mit Kompositionen von Ennio Morricone
Simon Edelmann kannte die Musik von Ennio Morricone bereits, lange bevor er den Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ zum ersten Mal gesehen hat. „Ich weiß nicht, wie alt ich war, aber ich war noch sehr jung und habe mir den Film angeschaut, weil ich die Musik von Morricone mochte. Ein Western-Fan bin ich aber nicht“, so der Kapellmeister der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach. Nun leitete der 31-Jährige die Aufnahmen für eine CD mit Werken von Ennio Morricone für Solocello und großes Orchester im Reichenbacher Neuberinhaus.
Solist ist der international renommierten Cellist Friedrich Kleinhapl aus Österreich. Als erste Aufnahme spielte das Ensemble „Nascita di una citta – C’era una volta il West“ aus dem Western-Epos „Spiel mir das Lied vom Tod“ ein. Kleinhapl spielt mit seinem Instrument in diesem Stück die Melodie der Gesangsstimme des Originals. Der Österreicher ist auch der Initiator des Projektes mit der Vogtland Philharmonie. Nach drei Jahren Vorbereitung mit Abklärung der Aufführungsrechte brachte er bereits im Sommer vorigen Jahres gemeinsam mit dem Orchester „Camerata Novi Sad“ das Programm „Viva Ennio Morricone“ in Graz auf die Bühne. Für die CD-Einspielung fiel seine Wahl auf die Vogtland Philharmonie, weil diese viel Erfahrung mit der Produktion von Crossover-Projekten habe. Dass die Einspielung nach lediglich einem Probentag an drei nur drei Tagen vom 20. bis zum 22. Januar erfolgte, spricht zudem für die Qualität des Orchesters. „Hier passen einfach viele Dinge zusammen“, so der Österreicher.
Realisiert wird das Projekt von der Firma Ars Produktion, mit der die Vogtland Philharmonie bereits einige CDs produziert hat, beispielsweise die „Sounds of Hollywood“-Reihe. Wobei die Bezeichnung „CD-Produktion“ etwas irreführend ist. Zwar werden tatsächlich Silberlinge von den Morricone-Aufnahmen in einer Auflage von 4.000 Stück erscheinen. Denn CDs finden zu den Aufführungen des Orchesters immer noch ihre Abnehmer. Doch der Schwerpunkt liegt wie bei allen heutigen Musikproduktionen bei der Vermarktung über das Internet. So werden auch die aktuellen Einspielungen über die gängigen Streaming-Dienste abrufbar sein.
Die von der Vogtland Philharmonie und Friedrich Kleinhapl eingespielten Werke von Ennio Morricone sollen im Sommer dieses Jahres erscheinen. Die Setlist spiegelt die ganze Vielfalt vom Schaffen des 2020 verstorbenen Italieners wider. Sie enthält nicht nur Kompositionen aus den Western-Klassikern wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Zwei glorreiche Halunken“, sondern auch aus anderen Filmen, für die der Oscar-Preisträger Musik komponierte wie „Cinema Paradiso“, „Die Legende vom Ozeanpianisten“ und „Es war einmal in Amerika“. Die Titel spannen den musikalischen Bogen von ikonischen Western-Melodien und mitreißende Klangflächen bis hin zu emotionale Balladen.
Ob das Programm auch bei Konzerten der Vogtland Philharmonie aufgeführt wird, steht allerdings in den Sternen. „Mal sehen, was sich ergibt“, so Intendant Ulrich Wenzel dazu vorsichtig optimistisch. Auf jeden Fall sind Kompositionen von Ennio Morricone für den Spielplan des kommenden Jahres im Programm.








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