Jena startet Spendenaktion für Partnerstadt Brovary

Dramatische Situation vor Ort

Ein dringender Hilferuf hat das Jenaer Rathaus erreicht: Igor Sapozhko, Bürgermeister der ukrainischen Partnerstadt Brovary, hat sich mit einem Brief an Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche gewandt. Aufgrund massiver Angriffe auf die Energieinfrastruktur und des strengen Frosts droht in Brovary eine humanitäre Notlage. Die Stadt Jena bittet die Stadtgesellschaft und lokale Unternehmen um Spenden, damit die dringend benötigten Hochleistungsgeneratoren finanziert werden können.

Kritische Lage durch Stromausfälle und Frost

„Unsere Elektriker arbeiten 24 Stunden am Tag, aber wir haben nur noch wenige Stunden Strom“, schildert Bürgermeister Sapozhko die dramatische Situation vor Ort. Die gezielten Angriffe auf die Energieversorgung haben das Netz so stark beschädigt, dass die Wärme- und Wasserversorgung für tausende Einwohner gefährdet ist – und das bei eisigen Wintertemperaturen. Zwar hat die Stadt Brovary „Wärmestuben“ eingerichtet und versorgt Bedürftige über eine mobile Feldküche, doch die vorhandenen Notstromaggregate sind durch den Dauerbetrieb überlastet und fallen zunehmend aus.

„Erst vor kurzem berichteten uns Dr. Olena Dolynska und ihre Kollegen hier im Rathaus von ihrem Alltag im Krieg. Jetzt erreicht uns dieser Brief, der verdeutlicht, dass es nicht nur um medizinische Versorgung, sondern um das nackte Überleben in Eis und Dunkelheit geht“, sagt Oberbürgermeister Nitzsche. „Wenn die Pumpen für die Heizung und das Wasser ausfallen, steht Brovary vor einer Katastrophe. Jena hat in der Vergangenheit bewiesen, wie groß unsere Solidarität ist. Ich bitte Sie: Helfen Sie uns, Wärme und Licht nach Brovary zu bringen.“

Was gebraucht wird

Um einen Kollaps der kritischen Infrastruktur zu verhindern, werden industrielles Gerät und leistungsstarke Technik benötigt. Der Spendenaufruf zielt auf die Beschaffung von:

•    Hochleistungs-Industriegeneratoren: Diese sind essenziell, um die Pumpen der Wasserwerke und die Fernwärmenetze in Betrieb zu halten.
•    Generatoren mittlerer Leistung: Diese werden dringend für die Aufrechterhaltung des Betriebs in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen benötigt.

Die Stadt Jena steht in engem Austausch mit der Stadtverwaltung Brovary, um die Geräte passgenau zu beschaffen und logistisch schnellstmöglich in die Ukraine zu transportieren.

Spendenkonto
Die Stadt Jena hat ein zweckgebundenes Spendenkonto eingerichtet. Jeder Euro fließt direkt in die Beschaffung der Generatoren und die Logistik.

Kontoinhaber: Stadt Jena 
IBAN: DE37 8305 3030 0000 0029 50 
BIC: HELADEF1JEN 
VERWENDUNGSZWECK: 99999.02081 

Hintergrund:

Jena ist seit 2022 Partnerstadt von Brovary (Ukraine). Die Solidaritätspartnerschaft zeichnet sich durch enge Kontakte auf Verwaltungsebene sowie regelmäßige Hilfslieferungen aus, die sich stets am konkreten Bedarf der Partnerstadt orientieren.

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