Altenburg präsentiert sich mit neuem Logo

Lob und kritische Fragen

Seit dem 30. Januar präsentiert sich die Stadtverwaltung mit einem neuen einheitlichen Erscheinungsbild samt Logo.

Wie nicht anders zu erwarten, gehen die Meinungen darüber auseinander. Die einen loben es als „modern“, „aufgeräumt“ und „mutig“, andere monieren, dass es die Neuerung nicht gebraucht hätte und beklagen den Verzicht auf die Skatsymbole im Logo. Die öffentliche Diskussion ist willkommen, zumal sie dazu beiträgt, das neue Erscheinungsbild, englisch „Corporate Design“ (CD), mit dem Logo bekannter zu machen. Allerdings kursieren, vor allem in Online-Medien, auch irreführende Behauptungen. So ist es wichtig festzuhalten, dass das Logo das Wappen nicht verdrängen wird. Das Wappen ist und bleibt das städtische Hoheitszeichen und wird nicht verändert.

Um zu einer Versachlichung der Debatte beizutragen, im Folgenden Antworten auf häufig gestellte Fragen der Kritiker.

Warum überhaupt ein neues Erscheinungsbild? Das alte CD (Corporate Design) war 30 Jahre alt. Es wurde zu einer Zeit entwickelt, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und für die öffentliche Kommunikation praktisch keine Rolle spielte. Dass das neue CD zeitgemäßer ist, moderner wirkt, wird selbst von den meisten Kritikern anerkannt. Zudem gelten heutzutage mit Blick auf angestrebte Integration und Teilhabe behinderter Menschen viel höhere Standards als früher. Behörden sollen ihre Online-Angebote möglichst barrierefrei präsentieren, was eben Auswirkungen beispielsweise auf Farbgebung, Schrift und Form der Darstellung hat.

Warum hat man im Logo auf den Skatbezug verzichtet? Das alte Logo wirkt aus heutiger Sicht überfrachtet. Es lag nahe, auf die vier kleinteiligen Skatkarten zu verzichten, um die Roten Spitzen, das Wahrzeichen der Stadt, klarer zur Geltung zu bringen. Der Verzicht auf die Skatkarten im Logo bedeutet nicht, dass die Stadt in ihrer Außendarstellung das Skatthema vernachlässigt. Das Logo kommt in der Kommunikation der Stadtverwaltung zum Einsatz. Der für die Stadt tätige Tourismusverband Altenburger Land, der unter anderem auf Messen für einen Besuch Altenburgs wirbt, hat weiterhin ein Logo, das vom Thema Skat beziehungsweise Spielkarten dominiert wird.

Musste wirklich so viel Geld für ein Logo ausgegeben werden? Die Frage ist irreführend. Die Stadt hat kein neues Logo beauftragt. Bereits im Januar 2025 hat die Stadt öffentlich zur Entwicklung eines neuen Erscheinungsbildes aufgerufen, das eben weit mehr umfasst als nur ein Logo. Im Ergebnis dieses Verfahrens wurde die Altenburger Agentur „frech ab“ (Verlagsgruppe Kamprad) beauftragt. Für einen Betrag von circa 18.000 Euro wurde ein einheitliches visuelles Erscheinungsbild einschließlich Farben, Schriftarten und Anwendungsleitfaden sowie das Logo konzipiert. Das Logo ist nur das einprägsamste Element des neuen CD.

Was geschieht mit den alten Materialien der Stadtverwaltung? Sie werden nicht einfach entsorgt sondern, soweit möglich, aufgebraucht. Aus Kostengründen und mit Blick auf das Gebot der Nachhaltigkeit wird das neue Erscheinungsbild nach und nach eingeführt. Hätte man nicht die Öffentlichkeit stärker in das Projekt einbeziehen können? Antwort: Das Geld für das neue CD kommt aus dem städtischen Haushalt, der in seiner Gesamtheit vom gewählten Stadtrat beschlossen wurde. In dem Doppeletat sind sogar 25.000 Euro eingestellt – es ist bemerkenswert, dass wie erwähnt nur 18.000 Euro benötigt werden und der Auftrag an ein renommiertes Unternehmen der Stadt vergeben werden konnte. Vor Beginn der öffentlichen Ausschreibung wurde der angedachte Prozess den Fraktionsspitzen im sogenannten Fraktionsfrühstück vorgestellt. Am 19. März 2025 wurde dem Wirtschafts- und Finanzausschuss das Ergebnis der Ausschreibung einschließlich eines Logos mit den Roten Spitzen präsentiert. Das neue Erscheinungsbild samt Logo wurde bereits im September 2025 vorgestellt, bevor die öffentliche Präsentation im Stadtrat am 29. Januar erfolgte. Vor der Stadtratssitzung wurden keine grundsätzlichen Einwände erhoben. Die Entwicklung eines CD ist seinem Charakter nach eine anspruchsvolle Aufgabe für Profis der Kreativwirtschaft, also in der Regel spezialisierte Agenturen. Es hätte zu keinem praktikablen Ergebnis geführt, wenn jeder und jede Altenburgerin aufgefordert worden wäre, einen konkreten Vorschlag zu unterbreiten. Abgesehen davon hätte eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung einen erheblichen Mehraufwand bedeutet und zu deutlich höheren Kosten geführt.

Was geschieht mit dem Stadtwappen? Wie eingangs erwähnt ist das Wappen weiterhin das Hoheitszeichen der Stadt und bleibt unverändert. Das Logo wurde für die Kommunikation und den Außenauftritt der Stadtverwaltung konzipiert, findet sich also zum Beispiel auf der Homepage und auf Post, die Bürgerinnen und Bürger aus dem Rathaus erhalten.

© Stadt Altenburg

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