Millionen-Investition in das neue Bildungszentrum in Pößneck

Umbau und Sanierung des M2-Gebäudes können endlich starten

Mit der Fördermittelübergabe in Höhe von 8,7 Millionen Euro durch den Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur Steffen Schütz ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum neuen Bildungszentrum „Am Viehmarkt“ in Pößneck erfolgt.

„Das Gebäude, das hier entsteht ist eine gelungene Symbiose aus alt und neu. Immobilien wie diese sind Teil unserer Kultur. Sie sinnvoll weiterzuentwickeln ist genau der Weg, den wir in Thüringen gehen wollen“, sagte der von dem Projekt begeisterte Infrastrukturminister bei der feierlichen Bescheidübergabe. „Wir geben Pößneck damit einen neuen identitätsstiftenden Ort und das finde ich gut und richtig“, so Schütz weiter.

Landrat Christian Herrgott schloss sich den Worten des Ministers an und erinnerte daran, dass Denkmalschutz nicht die Aufgabe habe, leere Hüllen zu bewahren, sondern historische Bausubstanz mit neuem Leben zu erfüllen. „Das ist uns hier beim neuen Bildungszentrum in Pößneck sehr gut gelungen. Für den Landkreis ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam gut für die Zukunft aufstellen, Projekte nach vorn entwickeln und Unstimmigkeiten aus der Vergangenheit endgültig aus dem Weg räumen“, betonte er bei der Vorstellung der Pläne für das M2-Gebäude. 

Der lange Weg zum neuen Bildungszentrum

Seit knapp sieben Jahren wollen die Stadt Pößneck und der Landkreis das letzte noch unsanierte Industriegebäude auf dem Areal „Am Viehmarkt“ zu einem modernen Bildungszentrum umgestalten. In dem historischen Gebäude entsteht in den kommenden Jahren ein vielseitiger Lernort, der modernste und technisch bestens ausgestattete Räumlichkeiten für Teile des Berufsschulzentrums Hermsdorf-Schleiz-Pößneck sowie die Volkshochschule des Saale-Orla-Kreises und den Pößnecker Schulteil der landkreiseigenen Musikschule bietet.

Hierfür unterschrieben Landrat Christian Herrgott und Bürgermeister Michael Modde eine Betreibervereinbarung, die die künftige Nutzung des Gebäudes durch den Landkreis für die kommenden Jahrzehnte festschreibt. „Es war ein langer und Weg, aber nun kann es mit der Realisierung dieses Projektes endlich losgehen und zeitnah auch der Spatenstich erfolgen“, freut sich Bürgermeister Michael Modde.

„Eine sanierte Immobilie schlüsselfertig zu übergeben ist auch für uns nicht alltäglich“, erklärt der Pößnecker Stadtplaner Thomas Wunsch in einem Gespräch über das Projekt. „Nach Abschluss dieser Baumaßnahme ist das Areal am sogenannten Viehmarkt dann komplett entwickelt und die zukünftigen Nutzer und die Schülerinnen und Schüler finden hier beste und modernste Bedingungen vor. Das ist eine große Investition in die Zukunft und dafür machen wir es gern“, resümiert Wunsch.

Über 10 Millionen Euro an Fördermitteln für das Projekt 

Das Vorhaben hat ein Gesamtvolumen von circa 13 Millionen Euro und ist damit die größte Einzelbaumaßnahme der Stadt Pößneck seit über 25 Jahren. Die Planungskosten sind mit Mitteln aus der Städtebauförderung finanziell unterstützt worden, für die anstehenden Baukosten gab es jetzt einen Fördermittelbescheid über 8,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Die Stadt Pößneck trägt einen Eigenanteil von 2,9 Millionen Euro und ist alleiniger Bauherr. Das heißt, geplant und umgesetzt wird das Bauvorhaben durch die Stadt und nach der Fertigstellung an den Landkreis als Nachnutzer übergeben. „Insgesamt haben wir für das Projekt eine Förderung von über 10 Millionen Euro vom Land Thüringen und der Europäischen Union bekommen und dafür sind wir den Fördermittelgebern sehr dankbar“, so Bürgermeister Modde.

Da die Planungen schon vorliegen, kann die Sanierung zeitnah starten. Von dem historischen Gebäude soll dann nur noch die Hülle stehen bleiben und das neue Gebäude innerhalb der denkmalgeschützten Mauern errichtet werden. Hier sind jeweils zweieinhalb Etagen für die Volkshochschule und für die Musikschule geplant sowie ein lichtdurchfluteter Konzertsaal im Dachgeschoss. Für die Berufsschule wird ein drei-etagiger Neubau mit Verbindungsbau an der Ostseite des M2-Gebäudes errichtet, sodass der Komplex dann ein U-förmiges Ensemble bildet. Die Stadt Pößneck rechnet mit einer etwa zweijährigen Bauphase, sodass das Gebäude – wenn alles planmäßig verläuft – 2028 fertiggestellt sein könnte.

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