Einbürgerungsfeier für 303 Menschen aus 47 Nationen
Die Stadt Jena hat wieder feierlich neue Staatsbürger begrüßt. 303 Menschen, die im zweiten Halbjahr 2025 eingebürgert wurden, waren zur Veranstaltung in der Rathausdiele eingeladen. Davon sind 121 Frauen und 182 Männer. Nach »den formalen, oft langwierigen und schwierigen Prozessen der Einbürgerung« hieß Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche sie sehr herzlich willkommen.
Die in den vergangenen Monaten Eingebürgerten stammen aus 47 verschiedenen Nationen auf fünf Kontinenten. Die zahlenmäßig am stärksten vertretenen Herkunftsländer sind Syrien, die Ukraine und Russland. Zudem wurden 19 staatenlose Menschen eingebürgert.
»Deutschland braucht den Zuzug von Menschen, weil die Basis für die wirtschaftliche Stärke des Landes – trotz Digitalisierung und Automatisierung – immer die Menschen bleiben werden“, betonte Nitzsche. Gerade in Jena, einer wirtschaftlich starken Stadt, werde dies besonders deutlich. „Bis zum Ende des Jahrzehnts wird etwa ein Drittel der Beschäftigten in den Ruhestand wechseln, aber nur ein Drittel davon kann durch Nachwuchs, der von hier kommt, ersetzt werden«, so der Oberbürgermeister. Überall sei der Fachkräftemangel zu spüren. Er wisse aber auch, dass viele Menschen nach Deutschland gekommen sind, weil sie Schutz und Asyl suchten. Die jetzt Eingebürgerten hätten sich bestens integriert, was meist im Stillen passiere und nicht die Medien beherrsche.
Die Zahl der Einbürgerungen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Während bis 2010 jedes Jahr in Jena rund 30 Menschen eingebürgert wurden, waren es vor acht bis zehn Jahren bereits etwa 50. Seit dem Jahr 2018 liegt die Zahl bei über 70. Im Jahr 2023 wurden bereits über 200 Menschen eingebürgert, im Jahr 2024 insgesamt 333. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 564 Menschen in die deutsche Staatsbürgerschaft aufgenommen.
Flucht, Arbeit oder vielleicht die Beziehung zu einem geliebten Menschen – mit jeder Einbürgerung seien ganz persönliche Beweggründe, Entwicklungen, Schicksale und tiefgreifende Veränderungen für jeden Einzelnen und jede Einzelne verbunden, sagte Nitzsche. Voraussetzungen für den Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit sind neben einem rechtmäßigen Aufenthalt von meist mindestens fünf Jahren, ausreichende Deutschkenntnisse, ein erfolgreich bestandener Einbürgerungstest zur deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung, das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und die Absicherung des Lebensunterhalts ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld. »Für Ihre Anstrengung, Geduld und Ausdauer, aber auch Ihren Mut möchte ich Ihnen meine ausdrückliche große Anerkennung aussprechen“, sagte Nitzsche. „Mögen Sie hier eine Heimat finden – falls Sie sie nicht schon gefunden haben.«
Mehrere Eingebürgerte berichteten in kurzen Reden von ihren Erfahrungen: Helena Stock aus Tschechien, Chaturi Ranathunga aus Sri Lanka und Hardik Chauhan aus Indien.
Für das kulturelle Rahmenprogramm sorgte der Viet Jena e.V. mit drei Tanzdarbietungen. Hardik Chauhan spielte zudem zwei Lieder auf seiner Gitarre.


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