Lebensraum für den streng geschützten Nördlichen Kammmolch wird gesichert
Im Fürstlich Greizer Park beginnt im Auftrag der Natura-2000-Station „Osterland“ die Revitalisierung der Hammerwiesenteiche.
Die Maßnahme kostet rund 386.000 Euro und wird aus Mitteln des Freistaates Thüringen im Förderprogramm zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.
Die Arbeiten sollen im Frühjahr beendet werden. 2024/2025 hatte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) als Eigentümerin des Gartendenkmals bereits den großen Parksee mit Umfeld revitalisiert.
Um die Gewässer wiederherzustellen und langfristig zu erhalten, sollen sie schonend entschlammt und damit gewässerökologisch aufgewertet werden. In diesem Zusammenhang wurden bereits die Dämme von Gehölzaufwuchs freigestellt und bruchgefährdete Weiden zurückgesetzt, um lichtliebende Arten der angrenzenden Feucht- und Nasswiesen zu begünstigen.
Der nördliche Bereich des Fürstlich Greizer Parks mit den Hammerwiesenteichen gehört zum europaweiten Natura2000-Schutzgebiet „Elstertal zwischen Greiz und Wünschendorf“ und ist zudem als Flächennaturdenkmal ausgewiesen. Diese Schutzgebiete umfassen viele schützenswerte Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten.
Zugleich ist der Fürstlich Greizer Park eines der bedeutendsten historischen Gartenkunstwerke Thüringens und wird von der STSG nach gartendenkmalpflegerischen Standards gepflegt und erhalten. Der besondere Wert des Parks als Schatzkammer der Artenvielfalt ist ein Ergebnis der sorgfältigen denkmalgerechten Pflege.
Bei den Teichen auf der Hammerwiese handelt es sich um ehemalige Vorstreckteiche, die einst zur Fischzucht genutzt wurden. Infolge von Nutzungsaufgabe und des Nährstoffeintrages sind die Gewässer stark verlandet und damit in ihrem Fortbestand als Lebensraum für den streng geschützten Nördlichen Kammmolch und weiteren Tier- und Pflanzenarten gefährdet.
Der Kammmolch als wertgebende Art ist für den Erhalt ihres Laichgewässers und umliegenden Landlebensräume auf besondere Schutz- und Pflegemaßnahmen angewiesen, die im Managementplan für das Schutzgebiet festgeschrieben sind. Für dessen Umsetzung und Kontrolle ist die in Schmölln ansässige Natura2000-Station „Osterland“ verantwortlich, die für die Landkreise Greiz, Altenburger Land sowie die kreisfreie Stadt Gera zuständig ist.


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