Sanierte Kita in Zwickau – Jahrzehnte alt und jetzt wie neu

Einrichtung nach umfassender Sanierung offiziell übergeben

Grund zum Feiern im Stadtteil Marienthal: Die umfassende Sanierung der Integrativen Kindertagesstätte „Tausendfüßler“, die im August 2024 begonnen hatte, wurde erfolgreich abgeschlossen.

Mit dem Einsatz von Fördermitteln konnte die Stadt Zwickau fast 2,5 Millionen Euro in die Einrichtung investieren, die vom Kinderhaus Zwickau e. V. getragen wird und in der bis zu 58 Kinder betreut werden. Das vom städtischen Liegenschafts- und Hochbauamt betreute Vorhaben blieb sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan.

Der DDR-Typenbau

Bei dem Gebäude der „Tausendfüßler“ handelt es sich um ein 1961/62 nach einem DDR-Typenprojekt errichtetes Haus. Es ist teilunterkellert und verfügte ursprünglich über zwei Geschosse und ein teilweise ausgebautes Dachgeschoss. Nach der Wende erfolgten Sanierungen lediglich in einzelnen Bereichen: So wurde die Eindeckung des Satteldaches erneuert, eine Fluchttreppe angebaut, Küche und Essensaufzug erneuert oder eine Brandmeldeanlage eingebaut.

Insgesamt war das Gebäude jedoch in die Jahre gekommen: Die Anzahl der Sanitäranlagen war zu gering, Büro- und Personalräume viel zu klein, und Gesundheits- und Brandschutz entsprachen nicht mehr dem aktuellen Regelwerk. An den Außenräumen im Keller waren Durchfeuchtungen festzustellen, die Barrierefreiheit war nicht gegeben. Ziel war daher die nachhaltige Sanierung des Gebäudes, mit der zugleich die Anforderungen berücksichtigt werden, die an eine integrative Kita gestellt sind.

Dank der Sanierung: Funktional aufgewertet und ansprechend gestaltet

Den „formellen“ Startschuss für das Bauprojekt gab der Stadtrat der Stadt. Er fasste am 29. Februar 2024 einstimmig den Vorhabensbeschluss für die Sanierung der Kita „Tausendfüßler“. Im August begannen die Arbeiten. Erzieherteam und Kinder zogen in das Ausweichquartier in der Karl-Marx-Straße im Stadtteil Auerbach um.

In der Folgezeit wurden insbesondere die folgenden Bestandteile realisiert:

  • Das Gebäude wurde bis auf den Rohbau komplett entkernt, das alte Satteldach abgerissen und ein komplettes Geschoss neu errichtet. Auf dem Dach konnte eine Photovoltaikanlage installiert werden.
  • Die Fassade erhielt ein Wärmedämmverbundsystem. Neue Fester mit integrierten Rollladenkästen wurden ebenso eingebaut wie neue Außentüren.
  • Ein Personenaufzug wurde im Treppenhaus eingebaut, sodass die Etagen vom Erd- bis zum Dachgeschoss behindertengerecht erreichbar sind.
  • Sanitär-, Wärmeversorgungs-, Elektro- und Blitzschutzanlagen wurden grundhaft erneuert, die Brandmeldeanlage auf den aktuellen Stand gebracht.
  • Neue Akustikdecken und strapazierfähige Böden sind nun in allen Räumen zu finden.
  • Alle Sanitärräume erhielten neue Fliesenbeläge, im Erdgeschoss wurde ein barrierefreies WC etabliert.
  • Neu organisiert wurden die Räume: Im neuen Dachgeschoss entstanden neben den Büro- und Personalräumen ein großer Bewegungsraum für die Kinder, welcher auch für Veranstaltungen genutzt werden wird. Die frei gewordenen Räume im Obergeschoss werden von den Kindern für pädagogische Angebote außerhalb der Gruppenzimmer genutzt. 

Ergänzend zum Gebäude wurde in den Außenanlagen der Kita ein Kinderwagenabstellraum in Sandwichbauweise errichtet.

Die Sanierung dauerte bis Oktober 2025. Danach zogen Erzieher und Kinder wieder zurück in „ihr“ Gebäude. Der Kita-Betrieb konnte Anfang November 2025 wieder starten. Parallel wurden und werden noch vereinzelte Restarbeiten fertiggestellt, die witterungsbedingt noch nicht realisiert werden konnten.

Der Kostenrahmen von rund 2,5 Millionen Euro wird eingehalten. In diesem Betrag sind Fördermittel in Höhe von gut 1,3 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebendige Quartiere gestalten (WEP) – Programmteil Aufwertung“ enthalten. Bei den restlichen knapp 1,2 Millionen Euro handelt es sich um Mittel aus dem städtischen Haushalt. An der Sanierung waren rund 40 Planungsbüros und Firmen, vornehmlich aus Zwickau und der Region, beteiligt. Die Projektleitung lag beim städtischen Liegenschafts- und Hochbauamt.

In der Einrichtung des Zwickauer Kinderhausvereins werden insgesamt bis zu 58 Kinder betreut, davon zwölf Kinder bis drei Jahre und 42 Kinder ab drei Jahre. Für Kinder mit besonderem Förderbedarf stehen sechs Integrationsplätze zur Verfügung. Insgesamt verfügt der „Tausendfüßler“ nun über drei Gruppenräume jeweils mit Garderobe und Sanitäreinheit, einen Bewegungsraum, Musik-, Sprach- und Spielzimmer sowie Snoezelenraum, vier Räume für Büro, Personal und Pausenräume sowie eine Küche.

Erzieherinnen und Kinder hatten für die Übergabe gestern ein kleines Programm einstudiert. (Fotos: Stadt Zwickau)

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