Zwei Welpen in Tusche und Wasserfarbe aus der Kunstsammlung Gera
Das Bild von Maruyama Ōkyo (1733-1795) ist in der Ausstellung „Wie Hund und Katze. Tierdarstellungen aus der Kunstsammlung Gera“ im Otto-Dix-Haus zu bestaunen.
Oh, wie süß sind diese zwei knuddeligen Hundewelpen! Das rechte Hündchen blickt den Betrachter mit seinen großen Kulleraugen treuherzig an. Sein Mäulchen steht offen, so dass man seine Zunge sieht. Das weiche Fell ist mit leichten Farbtupfen angedeutet. Sein kleiner tapsiger Kamerad links daneben ist hingegen nur durch zarte Konturlinien wiedergegeben.
Auf den zweiten Blick fallen weitere Details ins Auge: die Darstellung ist äußerst reduziert, die Umgebung mit den Ton in Ton gehaltenen Farben ist nur angedeutet, lediglich ein paar dunklere Pfotenabdrücke im Vordergrund sind zu sehen.
Die niedlichen Welpen tauchen in fast identischer Form immer wieder in den Werken des japanischen Malers Maruyama Ōkyo auf. In diesen Bildern greift er stets auf das „Kindchenschema“ zurück, welches den Betrachter unwillkürlich berührt. Damit wirkt die Komposition unheimlich zeitgemäß – umso mehr staunt man, dass dieses Werk über 250 Jahre alt ist. Das Blatt entstand im späten 18. Jahrhundert während der sogenannten Edo-Periode, die geprägt war durch Frieden und Stabilität unter dem Tokugawa-Shogunat. Diese über 250 Jahre währende Friedensperiode war eine Blütezeit der bildenden Künste in Japan.
Die niedlichen Welpen tauchen in fast identischer Form immer wieder in den Werken des japanischen Malers Maruyama Ōkyo auf. In diesen Bildern greift er stets auf das „Kindchenschema“ zurück, welches den Betrachter unwillkürlich berührt. Damit wirkt die Komposition unheimlich zeitgemäß – umso mehr staunt man, dass dieses Werk über 250 Jahre alt ist. Das Blatt entstand im späten 18. Jahrhundert während der sogenannten Edo-Periode, die geprägt war durch Frieden und Stabilität unter dem Tokugawa-Shogunat. Diese über 250 Jahre währende Friedensperiode war eine Blütezeit der bildenden Künste in Japan.

Der Schöpfer des Bildes, Maruyama Ōkyo, gilt als Pionier des naturalistischen Stils des „Zeichnens nach dem Leben“, einer neuen Herangehensweise, die von westlichen Techniken inspiriert war. Mit dieser Sichtweise begründete er die sogenannte Maruyama-Schule in Kyoto. Unsere Komposition entspricht allerdings eher den traditionellen japanischen Gestaltungsformen, die auf Raumillusion verzichteten und stattdessen die Flächigkeit der Darstellung betonten.
Markant sind die Schriftzeichen, die sogenannten Kanji, sowie die roten Stempelabdrücke in der linken unteren Ecke des Blatts, die typisch für ostasiatische Kunstwerke sind. Die Schriftzeichen geben die Unterschrift des Malers Ōkyo wieder. Bei den beiden roten Stempeln handelt es sich um das Authentifizierungssiegel „Ōkyo no in“ und um das persönliche Künstler-Siegel Maruyama Ōkyos „Chusen.“
Das schlanke Hochformat im Zusammenspiel mit der fein nuancierten, zurückhaltenden Farbigkeit und der Ausgewogenheit der Komposition bewirkt eine ästhetische Harmonie, die vollkommene Ruhe ausstrahlt und zu eingehendem Betrachten einlädt.
Bis zum 7. Juni 2026 sind die „Zwei Welpen“, zusammen mit weiteren Werken, in der Ausstellung „Wie Hund und Katze. Tierdarstellungen aus der Kunstsammlung Gera“ im Otto-Dix-Haus, Mohrenplatz 4, zu bestaunen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 11 bis 17 Uhr.
[Text: Claudia Schönjahn]
Sonntagsführung in der Sonderausstellung „Wie Hund und Katze“
Am Sonntag, 22. März, findet um 15 Uhr im Otto-Dix-Haus Gera eine Führung durch die neue Sonderausstellung „Wie Hund und Katze. Tierdarstellungen aus der Kunstsammlung Gera“ statt.
Tiere sind beliebte Motive in der Kunst. Sie spiegeln die Beziehung des Menschen zu seinen Mitgeschöpfen wider und bieten zugleich tiefere Einblicke in gesellschaftliche, religiöse und symbolische Bedeutungen. Das Otto-Dix-Haus präsentiert mit der neuen Ausstellung aus dem eigenen Bestand eine spannende Auswahl von Werken zum Thema Tiere, die einen Zeitraum von rund 350 Jahren umfasst. Nicht nur Otto Dix, sondern auch viele andere, bekannte und auch gänzlich unbekannte Künstler, widmeten sich diesem Thema in den unterschiedlichsten Techniken und setzten ihre Protagonisten facettenreich in Szene.


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