Kunstausstellung und eindrucksvolle Schauvorführung
Ganz im Zeichen des kommenden Frühlings stand der „Tag der offenen Töpferei“ am vergangenen Wochenende in der Keramischen Werkstatt von Familie Laser in Obergeißendorf. Und es ging auch ein bisschen asiatisch-exotisch zu, denn Keramiker Ludwig Laser präsentierte in einer Schauvorführung den japanischen Raku-Brand – recht spektakulär mit Feuer, Qualm und erklärenden Erläuterungen.
Am Samstag stand aber zunächst die Eröffnung der Ausstellung „Frühlingserwachen“ in der Scheunengalerie des Töpferhofs im Mittelpunkt. Neben den Arbeiten der Keramischen Werkstatt ist hier in den nächsten drei Monaten auch Malerei und Grafik verschiedener Künstler unserer Region zu sehen. Darunter Arbeiten von Tanja Pohl, Barbara Toch, Wolfgang Schwarzentrub, Michael Krause und Peter Zaumseil sowie der Gastgeberfamilie. „Einige der ausstellenden Künstler waren vergangenes Jahr beim Sommer-Plenair dabei, der auch dieses Jahr wieder auf unserem Töpferhof stattfindet“, so Ludwig Laser, der sich über regen Besucherzuspruch freuen konnte: „Der Tag der offenen Töpferei ist ja bereits seit 20 Jahren Tradition. Viele Leute haben die Angebote in ihrer Region schon besucht und kommen nun vor allem am Sonntag von weiter her.“
Zu diesen Besuchern gehören auch Kathrin Dinarica und Joachim Göldner aus Plauen. „Bei uns ist ja am Tag der offenen Töpferei nicht soviel los, deshalb waren wir heute schon in der Keramikwerkstatt von Mechthild Schinnerling in Zeulenroda und lassen den Tag jetzt hier bei Familie Laser ausklingen“, verrät Joachim Göldner am Sonntagnachmittag, während seine Lebensgefährtin sich zwei Mitbringsel aus dem keramischen Angebot aussucht. Zu den Stammgästen in dem Obergeißendorfer Töpferhof gehört das Ehepaar Stoye aus Leubnitz. „Wir sind schon vor einigen Jahren durch unsere Greizer Freunde auf diese Töpferei aufmerksam gemacht worden und kommen immer wieder gern hierher“, sagt Brigitte Stoye.
Zum Abschluss des Wochenendes präsentierte Ludwig Laser den Besuchern den japanischen Raku-Brand. „Die Essenz dieser Jahrhunderte alten Brenntechnik ist, dass die Sachen glühend aus dem Ofen genommen werden und in einem Reduktionsmittel – bei uns sind das Sägespäne – gewälzt werden. Dabei lagert sich an allen unglasierten Stellen Kohlenstoff ein. Dadurch entstehen die typischen Musterungen“, beschreibt der Töpfermeister den Raku-Brennvorgang. Die so entstandene Keramik ist keine Gebrauchskeramik, sondern in erster Linie ästhetische Kunst mit besonderen Mustern und metallischen Effekten auf der Oberfläche.
Vor der Schauvorführung am Sonntagnachmittag hat Ludwig Laser einen speziellen Gasofen auf 800 bis 900 Grad aufgeheizt, bis die Tonfiguren darin rot glühen. Dann nahm er die Figuren mit einer Zange aus dem Ofen und legte sie, assistiert von seiner Tochter Laura, in Behälter mit Sägespänen. Was von Feuer, Rauch und vernehmbarem Knistern begleitet wurde und durchaus recht spektakulär aussah. Nach einer Weile kam die Keramik, am Sonntag waren das unter anderem Tierfiguren und das Modell eines Hauses, in ein Wasserbad, um anschließend von den Brandrückständen befreit zu werden.
Wer die Ergebnisse der keramischen Arbeiten und die Ausstellung „Frühlingserwachen“ im Töpferhof betrachten möchte, ist jederzeit willkommen. „Wenn wir da sind, sind wir da. Aber es kann auch gern vorher angerufen werden“, lädt Ludwig Laser ein. Werke des Keramikers sind zudem noch bis zum 6. April in seiner Ausstellung „Kamelie & Skulptur“ in der Weimarer Orangerie Belvedere zu sehen.
Hier einige Bildimpressionen vom Tag der offenen Töpferei in Obergeißendorf (alle Fotos: Gerd Zeuner):






















Info: ww.toepfermeister.com

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