„Das Konzert in Greiz wird abwechslungsreich und sehr emotional“

Frauenkirchenkantor Matthias Grünert über ein besonderes Gastspiel und seine Zeit in Greiz

Am Sonntag nach Ostern, den 27. April, gastiert der Kammerchor der Dresdner Frauenkirche unter der Leitung von Kantor Matthias Grünert mit einem Konzert in der Greizer Stadtkirche St. Marien.

Im Vorfeld des Konzertes sprach ich mit dem Frauenkirchkantor:

Herr Grünert, auf welches Programm können sich die Konzertbesucher in Greiz freuen?

Wir haben Stücke vor allem aus der Romantik, aber auch aus der Jetzt-Zeit im Programm. Zu den jüngsten Stücken gehören drei Kompositionen aus meiner Feder, die ich im Laufe meiner Zeit mit dem Kammerchor geschrieben habe. So werden Stücke erklingen, die zum zehn- und zum zwanzigjährigen Jubiläum des Chors entstanden sind. Im Konzert präsentieren wir auch schöne Musik aus dem 19. Jahrhundert, beispielsweise von Anton Bruckner. Von ihm singen wir die berühmte Motette „Locus iste“. Darüber hinaus führen wir auch Stücke auf, die weniger bekannt, aber sehr anspruchsvoll sind. Das Programm ist sehr abwechslungsreich und emotional. Da ist alles dabei, jeder wird in seiner Gefühlsebene auf seine Kosten kommen.

Steht das Programm im Kontext zum Jubiläum „800 Jahre Stadtkirche St. Marien“, das dieses Jahr in Greiz begangen wird?

Ja, darüber hat mich der Greizer Kantor Ralf Stiller informiert und wir nehmen tatsächlich auch ein bisschen Bezug darauf. So greifen wir in dem Programm schwerpunktmäßig die Marien-Thematik auf. Es erklingen Mariengesänge wie „Ave Maris Stella“ von Edvard Grieg, dieses Chorstück besingt die Jungfrau Maria, und die Motette „Virga Jesse“ von Bruckner, die Maria in Erwartung des Jesuskindes besingt. Ein ganz anrührendes leises Stück dazu ist das englisches Carol „Hymn to the Virgin“ von Benjamin Britten. Die Marien-Thematik ist eigentlich unser Aufhänger diesmal, die Konzertreise steht dieses Jahr unter dem Motto „Von Frau zu Frau“.

Ist im Konzert ausschließlich a capella-Gesang zu hören?

Nein, Im Mittelteil des Programms werde ich an der Kreutzbach-Jehmlich-Orgel der Stadtkirche die 5. Sonate in D-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy spielen. Diese Sonate passt hervorragend in das a capella-Programm.

Wie kam es eigentlich zu dem Konzerttermin in Greiz?

In der Woche nach Ostern sind wir mit dem Kammerchor traditionell auf Konzerttour. Und dieses Jahr waren wir noch auf der Suche nach einem Aufführungsort auf der Rückreise von den Stationen wie Regensburg und Ingolstadt. Und da passt der Sonntagnachmittag 17 Uhr in Greiz perfekt. Nach Absprache mit Ralf Stiller haben wir diesen Termin gerne gebucht.

Sie waren vom Oktober 2000 bis Ende 2004 Stadt- und Kreiskantor in Greiz. Wie schätzen Sie diese Zeit aus heutiger Sicht ein?

Das war eine ganz hervorragende Zeit. Das Schöne war, dass ich in diesen reichlich vier Jahren vieles ausprobieren konnte. Es gab zahlreiche Stücke, die wir das erste Mal in Greiz aufgeführt haben. Das war eine wertvolle Erfahrung für mich. Insgesamt waren die Greizer Jahre auch eine sehr intensive Zeit für mich und ich habe es sehr genossen, dass man dort im Zentrum der Stadt so mittendrin war in der Gemeinschaft. Ich habe mich von allen irgendwie getragen gefühlt, jeder ist mitgegangen. Die Verantwortlichen in der Kirche, das Publikum und die Einwohner der Stadt – das war alles so ein schönes herzliches Miteinander. Egal, ob beim gemeinsamen Plakate aufhängen, beim offiziellen Termin im Rathaus oder bei Gesprächen beim Bäcker oder wenn man Leute im Greizer Park traf – es war einfach eine wunderbare Zeit.

Wie hat Sie Ihre Zeit in Greiz geprägt?

Naja, ich sag es mal so: Greiz hat mich für meine heutige Aufgaben geprägt und vorbereitet. Die Erfahrungen in der Ostthüringer Kreisstadt mit der Nähe zu den Menschen und der Empathie bewahre ich als einzigartig in mir. In der Dresdner Frauenkirche gibt es ja keine Kirchengemeinde in dem Sinne und die kulturelle Vielfalt in der Stadt mit ihrer Anonymität aller großen Städte ist ja eine ganz andere. Die kulturelle Bodenständigkeit in Greiz war dagegen schon etwas ganz Besonderes. Da traf man sich in der Stadt, hielt ein Schwätzchen und dabei sind manchmal auch ganz tolle Inspirationen für die Arbeit herausgekommen.

Haben Sie heute noch Bekannte oder gar Freunde in Greiz?

Ja. ja, viele! Manche Kontakte sind natürlich nicht mehr so intensiv. Doch wenn man sich nach ein, zwei Jahren wieder trifft, ist es so, als wäre die letzte Begegnung erst gestern gewesen. Insofern freue ich mich schon sehr auf unser Konzert in Greiz!

Termin: 27. April, 17 Uhr, Stadtkirche Greiz – Konzert mit dem Dresdner Kammerchor. Tickets: Tourist-Information Greiz im Unteren Schloss, Telefon 03661 – 689815, und an der Tageskasse.

2 Antworten zu „„Das Konzert in Greiz wird abwechslungsreich und sehr emotional““

  1. Avatar von Olaf Schreiber
    Olaf Schreiber

    Auf den Fotos ist nicht die Orgel der Greizer Stadtkirche zu sehen, es ist irgendeine andere Orgel und Kirche.

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    1. Im Foto ist die Silbermann-Orgel der Stadtkirche Mylau zu sehen.

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