Historie und Moderne im gekonnten Dialog

Schiller-Theater Rudolstadt wurde
mit großer Begeisterung eingeweiht

Von Andreas Abendroth

Nach acht Jahren Bauzeit konnte der Neubau des Theaters seiner Bestimmung – als Ort der Kultur, Musik und Muse übergeben werden. Der unterhaltsame Festakt zur Eröffnung des Schiller-Theaters in Rudolstadt glich einem gekonnten Dialog zwischen Historie und Moderne.

Eröffnung Schiller-Theater Rudolstadt: Blick aus dem Technikbereich in den neuen Zuschauerraum. Foto: Andreas Abendroth

– Ein neu gebautes Zuschauerhaus trifft auf das erhaltene Bühnenhaus mit Bühnenportal, Vorbühne und Orchestergraben.

– Theater-Intendant Steffen Mensching trifft auf den Namensgeber des neuen Theaters, Friedrich Schiller.

– Das Festredner-Trio, bestehend aus Landrat Marko Wolfram, Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl und Saalfelds Bürgermeister Dr. Steffen Kania sahen sich humorvoll als die „Drei Tenöre“, die „Drei Musketiere“ oder die „Heiligen drei Könige“.

– Das Schauspielensemble des Hauses präsentierte einen Prolog, welcher 1798 von Friedrich Schiller zur Wiedereröffnung des Weimarer Theaters verfasst wurde. Intendant Steffen Mensching ergänzte diesen für die Heute-Zeit.

Eröffnung Schiller-Theater Rudolstadt: Der junge Friedrich Schiller im Dialog mit Intendant Steffen Mensching. Foto: Andreas Abendroth

– Die Thüringer Symphoniker unter Leitung des Generalmusikdirektors Oliver Weder präsentierten musikalische Werke, wie Rossinis Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ aus dem Jahre 1829, Beethovens Ouvertüre „Die Weihe des Hauses“- 1822 für die Eröffnung des Josefstädter Theaters in Wien geschrieben und Richard Wagners Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ aus dem Jahre 1868.

– Und zu guter Letzt wurde im modernen (Text)Stil „I Will Survive“ von Markus Seidensticker, dem Ensemble und den Thüringer Symphonikern intoniert, die Festgäste zum Klatschen und Mitsingen animiert. Ein Disco-Hit der 1978 für Gloria Gaynor geschrieben wurde.

– Mit der ersten Inszenierung im neuen Theater: Schillers „Don Karlos“ aus dem Jahre 1787, soll ein Bogen in die aktuelle Gegenwart geschlagen werden.

Eröffnung Schiller-Theater Rudolstadt: Das neue Eingangsporttal zum Theater. Foto: Andreas Abendroth

Die Sanierung des Hauses begann 2014 zunächst mit der Beseitigung von Hochwasserschäden und entwickelte sich mit dem Neubau des Zuschauerhauses zu einer umfassenden Generalsanierung.  Aufgrund der festgestellten schlechten Bausubstanz musste der Zuschauerraum abgerissen und neu errichtet werden.
Laut Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl: „Ist der Neubau modern, zeitgemäß und stünde in der Tradition des Theaters in der Schillerstadt. Mit dem Neubau sei das Weiterbestehen des Theaters gesichert.“ Im neuen Zuschauerraum können nun 275 Gäste Platz nehmen.
Nach Angaben des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur wurde die Baumaßnahme mit insgesamt rund 17,7 Millionen Euro von Bund und Freistaat gefördert, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 21 Millionen Euro.

Momentaufnahmen vom Festakt, anlässlich der Eröffnung des
Schiller-Theaters Rudolstadt:

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