Erste Schwalben sind in Thüringen zurück

Jetzt den Nestbau unterstützen und an der NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ teilnehmen

Jena – Unaufhaltsam hält der Frühling Einzug in Thüringen. Wird es jetzt wieder wärmer, kehren auch Zugvögel wie die Schwalben aus ihren Winterquartieren in den Freistaat zurück. Erste Rauchschwalben hat Tino Sauer, der Schwalbenbeauftragte des NABU Thüringen, schon im Landkreis Gotha gesichtet. „Schwalben überwintern südlich der Sahara und kommen gerade in Deutschland an. Die ersten sind die Rauchschwalben, ihnen folgen dann in der Regel mit einem kleinen Abstand die Mehlschwalben“, sagt der Vogelexperte. Leider haben Bestände der insektenfressenden Rauch- und Mehlschwalben in den letzten Jahren deutlich abgenommen, was neben Nahrungsmangel vor allem an fehlenden Nistmöglichkeiten liegt. Der NABU Thüringen bittet deshalb Haus- und Stallbesitzende, Schwalben mit der Anlage von Lehmpfützen, Kunstnestern und naturnahen Gärten zu unterstützen.

Schwalben sind auf Hilfe angewiesen

Rauchschwalben nisten in Ställen, Scheunen und Garagen, zu denen sie über offene Fenster, Türen oder Einflugöffnungen durchgehend Zugang benötigen. Mehlschwalben bevorzugen Außenwände für den Nestbau. Als ursprüngliche Felsenbrüter bauen die Kulturfolger ihre geschlossenen Lehmnester aus hunderten Lehmkügelchen mit dem Schnabel unter Dach- oder Fassadenvorsprünge. „Manchmal zum Ärger der Hausbewohner, denn vor allem der Kot von den Jungvögeln fällt die Hauswand herunter und bleibt unter den Nestern liegen,“ berichtet Tino Sauer. „Allerdings ist man dem gegenüber nicht hilflos ausgeliefert. Mit einem einfachen Brett unterhalb der Nester angebracht, lässt sich Kot leicht auffangen. “ Zudem können beiden Schwalbenarten artspezifisch künstliche Nisthilfen angeboten werden.

Feuchtes Baumaterial bereitstellen – Gärten naturnah gestalten!

Eine weitere Möglichkeit, die Frühlingsboten zu unterstützen, ist das Anlegen von Lehmpfützen im Garten. „Dabei ist es wichtig, die Pfützen vor allem zur Nestbauzeit im Mai und Juni immer feucht zu halten. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Lehmpfütze nicht mehr als 300 Meter vom Niststandort entfernt ist. Und ganz wichtig: Katzen dürfen keine Deckung finden!“, empfiehlt Tino Sauer. Weitere Hilfe für Schwalben bieten auch naturnah, insektenfreundlich gestaltete Gärten mit heimischen Pflanzenarten, in denen man auf Pestizide verzichtet.

Für die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben

Rauch- und Mehlschwalben waren laut NABU Thüringen jahrhundertelang ganz selbstverständliche Mitbewohner in unseren Dörfern und Städten. Heute sind sie leider gefährdet. Während sich die Rauchschwalbe bundesweit zuletzt etwas stabilisiert hat, ging die Zahl der Mehlschwalben innerhalb von 40 Jahren um fast die Hälfte zurück.

Wer sein Engagement für Schwalben sichtbar machen möchte, kann sich beim NABU Thüringen um die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben. Seit 2011 hat der NABU thüringenweit 2.160 Plaketten verliehen.

Zusatzinfo: Wie unterscheiden sich Mehl- und Rauchschwalbe

Mehlschwalben sind die einzigen europäischen Singvögel mit weiß befiederten Beinen und Füßen. Der Schwanz ist nur schwach gegabelt und ihr Gefieder glänzt metallisch blauschwarz. Von der Rauchschwalbe unterscheidet sie sich sehr gut durch ihre leuchtend weiße hintere obere Rückenpartie, die man auch Bürzel nennt. Die Rauchschwalbe erkennt man vor allem an ihren sehr auffälligen langen Schwanzspieße. Das Gefieder ist metallisch schwarzblau glänzend, die Bauchseite weiß und das Gesicht hat eine rotbraune Maske.

Weiter Informationen unter: www.NABU-Thueringen.de/schwalben

Mehl- und Rauchschwalbe an Schlammpfütze (Foto: Mathias Schäf)

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