Beim Tag der offenen Tür in der Kulturkirche Greiz-Aubachtal gab es Anekdoten und Informationen
Obwohl oder gerade weil sich das Wetter am vergangenen Sonntag nicht von seiner allerbesten Seite zeigte, nutzten nicht wenige Interessenten die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Tür in der Kulturkirche Greiz-Aubachtal über den Stand der Dinge in dem Kirchengebäude an der Reichenbacher Straße zu informieren.
Eingeladen hatte die gemeinnützige Unternehmer Gesellschaft (gUG) Kultur-Kirche Greiz, die das vor fünf Jahren entwidmete Gotteshaus erworben hat und es als Kulturtreffpunkt und vielschichtige Begegnungsstätte erhalten möchte. Und nicht nicht nur Greizer waren der Einladung gefolgt. So gehörten auch Eva und Ingo Richter aus Linda bei Pausa zu den Gästen. „Wir hatten den Termin aus der Ostthüringer Zeitung erfahren und uns interessiert schon sehr, wie es mit diesem eindrucksvollem Bauwerk weitergeht“, berichtet Eva Richter.
In stündlichen Führungen stellte Elric Popp von der Kultur-Kirche Greiz gUG den Besuchern die Geschichte der Kirche und den Zustand der Gebäudesubstanz vor und wie die das einzigartige Kulturdenkmal erhalten und genutzt werden soll. Dabei erfuhren die Zuhörer auch interessante Details und Anekdoten. So soll der letzte Greizer Fürst das 1897 eingeweihte Gotteshaus lediglich einmal besucht haben, weil ihm ja die Stadtkirche viel näher lag. Und dass statt der geplanten Bombardierung der Kirche am Ende des Zweiten Weltkrieges versehentlich die Hermannsgrüner Kirche in Mohlsdorf bombardiert wurde, weil diese der in Aubachtal ähnlich sah.
Die Rundgänge führten auch zur Empore mit der Orgel. „Das ist eine der drei Jehmlich-Orgeln in Greiz und wir hoffen, diese wieder zum Erklingen zu bringen“, so Popp. Auch der Aufstieg zum Turm war möglich und wer diesen unternahm, wurde mit einem schönen Blick über Greiz belohnt, der am Sonntag allerdings durch Regen und Nebel getrübt war.
„Wir möchten hier mit der Kulturkirche in Greiz-Aubachtal einen Ort für Kultur, Kunst, Gemeinschaft und Austausch schaffen“, beschreibt Elric Popp das Nutzungskonzept. Erste Veranstaltungen wie das Waldo Church Rave 2.0 oder die Eröffnungsveranstaltung des Greizer Theaterherbstes voriges Jahr lockten bereits viel Publikum in die Kulturkirche. „Für das Rave-Event hätten wir dreimal soviel Karten verkaufen können, wie es die Kapazität hergibt“, so Popp. Das Event soll in diesem Oktober genauso wieder stattfinden wie auch eine Veranstaltung des Theaterherbstes.
Die Mischung zwischen privaten, gemeinnützigen und kommerziellen Aktionen mache die Kultur-Kirche zu einer besonders vielfältigen Location, so die jungen Akteure der Kultur-Kirche Greiz gUG. Kommerzielle Aktionen wie das Rave-Event sollen dazu beitragen, den Kaufpreis der Kirche von 50.000 Euro zu finanzieren. „Allerdings haben wir vom Bauamt die Auflage erhalten, dass wir zunächst nur vier Veranstaltungen im Jahr machen dürfen“, beschreibt Elric Popp die aktuelle Situation. „Um die Finanzierung des Kaufpreises zu unterstützen, bieten wir auch Bank- und Platzpatenschaften an sowie Werbepartnerschaften für Unternehmen an. Aber auch über Geldspenden würden wir uns natürlich freuen.“
Etwas Geld spenden will auf jeden Fall Christine Meyer. Die 86-Jährige ließ es sich am Sonntag nicht nehmen, die Aubachtaler Kirche zu besuchen. „Mich verbindet viel mit diesem Ort. Ich kam zwei Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf die Welt und wurde im November 1939 hier in dieser Kirche getauft“, berichtet die Greizerin. Sie findet es toll, wie sich die jungen Leute für den Erhalt und die weitere Nutzung des Hauses einsetzen und möchte dazu auf jeden Fall etwas beitragen.
Wer die Kulturkirche Greiz-Aubachtal ebenfalls finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Bankverbindung der Sparkasse Gera-Greiz tun: IBAN: DE91 8305 0000 0014 6247 88.
Hier einige Bildimpressionen vom Tag der offenen Tür in der Kulturkirche (alle Fotos: Gerd Zeuner):


























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