Ausstellung wird am 3. Mai eröffnet
Die Ausstellung „Mehr als Schwarz und Weiß: Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“ gibt einen umfangreichen Einblick in die Biografie und das Schaffen der Künstlerin Luise Neupert.
Eröffnet wird die Kabinett-Ausstellung am 3. Mai, 15 Uhr, mit einer szenisch-musikalischen Lesung aus dem antiken Satire-Roman “Das Gastmahl des Trimalchio” von Petronius Arbiter im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein. Eine Ausgabe des Buchs hat Luise Neupert mit Scherenschnitten illustriert. Es liest Marcella von Jan, begleitet von Matthias von Hintzenstern am Piano.
Eine Künstlerin der Leipziger Schule
Nackte Nymphen und märchenhafte Szenerien: Besonders für ihre Scherenschnitte erlangte Luise Neupert überregionale Bekanntheit. Doch ihr Lebenswerk umfasst unter anderem auch Gebrauchsgrafik, Illustration, Textildesign und Keramik.
Luise Neupert wurde als Luise Keil am 14. September 1926 in Chemnitz geboren. Nach einer Ausbildung als Kindergärtnerin während der Kriegsjahre studierte sie ab 1945 an der Kunstgewerbeschule Leipzig und ab 1948 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig in der Fachrichtung Grafik bei Elisabeth Voigt, Max Schwimmer und Egon Pruggmeyer.
Gemeinsam mit ihrem Mann, Hans Neupert, gestaltete sie später die Messeauftritte und Werbeprodukte wichtiger Handelsunternehmen der DDR, darunter Wiratex, AKA-Electric, MALIMO, Zeiss-Jena, Lucie Kaiser Altenburg, Wolle&Seide Meerane und Chemiefaserkombinat Schwarza.
Bildende Kunst betrieb sie dennoch. Sie illustrierte Bücher mit Federzeichnungen, Zeichnungen und Scherenschnitten. Besonders meisterhaft setzte Luise Neupert ihre Ideen mittels Schere um. Die Schnitte fanden nicht nur Eingang in die Sammlungen großer Museen, sondern wurden auch vielfach publiziert.
Dieses Jahr wäre Luise Neupert 100 geworden
2026, zum 100. Geburtstag Luise Neuperts, möchte das Museum Burg Posterstein gemeinsam mit der Stadt Schmölln an die 2009 verstorbene Künstlerin erinnern. In der Städtischen Galerie in Schmölln sollen dann Luise Neuperts Märchenbilder gezeigt werden.
In Posterstein dagegen will das Museum einen breiten Überblick über das Werk der Künstlerin geben, auch wenn die bekannten Scherenschnitte den größten Raum einnehmen. Eingang in die Ausstellung finden auch Teile des persönlichen Nachlasses des Künstlerpaares, der dem Museum per Vermächtnis übergeben wurde. Zudem komplettiert Gebrauchsgrafik des Ehepaars Neupert aus der Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Gera den Überblick über das Lebenswerk Luise Neuperts. Darunter befinden sich Messegestaltungen, Verpackungen und Werbekalender für verschiedene Firmen. Die Postersteiner Ausstellung mit über 70 Werken wird ergänzt durch ein Filmprojekt.
Begleitprogramm im Museum Burg Posterstein
Zur Ausstellung ist ein abwechslungsreiches Begleitprogramm mit Ausstellungseröffnung, Scherenschnitt-Workshops und weiteren Veranstaltungen geplant.
+3. Mai, 15 Uhr: Ausstellungseröffnung+
Szenisch-musikalische Lesung aus dem antiken Satire-Roman „Das Gastmahl des Trimalchio“ von Petronius Arbiter. Es liest Marcella von Jan, begleitet von Matthias von Hintzenstern am Cello. Eine Ausgabe des Buchs hat Luise Neupert mit Scherenschnitten illustriert.
+31. Mai und 28. Juni, jeweils 15 Uhr: Scherenschnitt-Workshops+
Probieren Sie sich selbst an einem Scherenschnitt, unter fachkundiger Anleitung von Mitgliedern des Freundeskreises Scherenschnitt Schmölln, im Museum Burg Posterstein. Unkostenbeitrag: 10,00 € inkl. Museumseintritt. Für unsere bessere Planung bitten wir um Voranmeldung.
Veranstaltungen der Stadt Schmölln im Rahmen des Luise-Neupert-Jahres
+25. Juni 2026, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung im Rathaus Schmölln+
Die Ausstellung „Märchenhaft geschnitten von Luise Neupert und ehemaligen und derzeitigen Mitgliedern des Freundeskreis Scherenschnitt Schmölln“ ist vom 25. Juni bis 18. September 2026 zu sehen.
+14. September 2026, 18 Uhr, Rathaus Schmölln: Luise-Neupert-Preis+
Zu ihrem 100. Geburtstag wird der „Luise-Neupert-Preis“ verliehen – ein neuer Kunstpreis, der aller zwei Jahre vergeben werden soll. Die Ausschreibung endet am 30. Juni.


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