Mausoleum in Waldhaus lockte hunderte Besucher an

Weitere Besichtigungstermine in diesem Jahr

Nachdem das Mausoleum in Waldhaus am 3. Mai erstmals in diesem Jahr für Besucher geöffnet hatte, lockte die einstige fürstliche Grabstätte zum Tiergehegefest am Sonntag sozusagen mit einer Sonderöffnung erneut zum Besuch ein.

Zahlreiche Interessenten nutzten die Gelegenheit, die Einrichtung in Augenschein zu nehmen und sich über die Geschichte des Gebäudes zu informieren. „Wir hatten eine sehr gute Resonanz und haben etwa 250 bis 300 Gäste gezählt“, schätzte Gästeführer Friedrich Dietz am Ende des Tages ein. „Auch viele Kinder und junge Leute waren dabei“, freute sich Dietz, der die Interessenten gern über die Geschichte der Einrichtung informierte.

Das Mausoleum hatte Fürsten Heinrich XXII. Reuss Aelterer Linie (1846-1902) in den Jahren 1878 bis 1883 als letzte Ruhestätte für sich und seine Familie errichten lassen, weil er inmitten der Wälder und in der Nähe seines geliebten Jagdsitzes beigesetzt werden wollte. Seit 1902 ruhte dort der Fürst neben seiner Gemahlin Ida, die bereits 1891 gestorben war, und seinem später verstorbenen Sohn Heinrich XXIV. (1878-1927). Später verfiel die Grabstätte. 1969 wurden die sterblichen Überreste im Krematorium Werdau verbrannt und die Urnen mit der Asche der fürstlichen Familie auf dem Neuen Friedhof in Greiz verscharrt. 1997 konnten die Urnen ausfindig gemacht werden, sie in der Stadtkirche St. Marien einen neuen Platz.

Das Mausoleum wurde 1994 aufwendig restauriert und lädt seit einigen Jahren regelmäßig zum Besuch ein. Seit zwei Jahren vermitteln zwei prunkvoll verzierte Zinksärge, die aus der aufgelösten Gruft der Fabrikantenfamilie Schilbach geborgen wurden, einen Eindruck über die Bestattungskultur um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Geöffnet ist das Mausoleum für Besichtigungen im Juni bis August jeweils an den ersten Sonntagen des Monats sowie am 13. September und 11. Oktober. Zudem können in der Tourist-Information Greiz individuelle Besichtigungstermine gebucht werden.

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