Auf der Suche nach den Hirschkäfern

NABU und Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz rufen zur Hirschkäfersuche auf

In Thüringen ist ab jetzt Käferzählen angesagt – denn der NABU und das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) rufen zur alljährlichen Hirschkäfersuche auf.

Gute Chancen, die imposanten Tiere zu beobachten, hat man von Juni bis August an lauen Sommerabenden in Laubwäldern. Hirschkäfer bevorzugen lichte, alte und wärmebeeinflusste Eichenbestände mit einem hohen Anteil an Totholz oder Baumstubben. Sie mögen aber auch alte Obstbäume oder fühlen sich auf Streuobstwiesen wohl

Suchen, aber bitte nicht stören

Das Wichtigste bei der Hirschkäfersuche ist, die Tiere nicht zu stören oder auf andere Weise zu beeinträchtigen. Hirschkäfer stehen in Thüringen und bundesweit auf der Roten Liste und werden in der Kategorie 2 als „stark gefährdet“ aufgeführt. Nach Angaben des TLUBN sind sie außerdem nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) europaweit geschützt.

Vorkommen kennen und schützen

Die Hirschkäfersuche ist wichtig. Nur wenn die Vorkommen bekannt sind, können auch Maßnahmen für deren Schutz eingeleitet werden. Hotspots für Hirschkäfer sind Eisenach und der Wartburgkreis, deshalb wollen der Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. und der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal die Aktion wieder verstärkt mit unterstützen. Der Landschaftspflegeverband hat zum Beispiel im Rahmen eines Projektes Hirschkäferwiegen angelegt, die den Larven der Käfer als Kinderstuben zur Verfügung stehen.

Beweisbilder helfen, Verwechslungen zu vermeiden

Damit die Expertinnen und Experten des TLUBN und des NABU das Verwechslungspotenzial mit „ähnlichen“ Käfern ausschließen können, sind am besten digitale Fotos als Beweis und Beleg für die Richtigkeit der Meldung unabdingbar. So sind Hirschkäfer schon mit Nashornkäfer, Balkenschröter, Eremit, großem Bockkäfer oder auch dem Lederlaufkäfer verwechselt worden. Auch der Artensteckbrief hilft, Verwechslungen zu vermeiden.

Wo und wie melden?

Eine direkte Meldung des Fundes kann über die App „Meine Umwelt“ für Thüringen oder die Internetseite des NABU Thüringen erfolgen. Angaben zu Ort und Datum der Beobachtung, gegebenenfalls dem Geschlecht, der Anzahl der Tiere sowie Fotos sollten nicht fehlen. Darüber hinaus sind Angaben zu möglichen Beeinträchtigungen oder sonstige Beobachtungen zum Lebensraum sehr hilfreich, aber keine Bedingung für die Meldung. Im Zweifelsfall wird von Seiten des TLUBN Unterstützung angeboten.

Weitere Informationen und der Link zum Download der „Umwelt-App“ für Thüringen finden sich hier: https://tlubn.thueringen.de/service/umweltdaten/meine-umwelt-app  

Weitere Infos auch unter: www.NABU-Thueringen.de/Hirschkaefersuche

Hirschkäfer im Duell (Foto: NABU / Lutz Klapp)

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