Ekhof-Festival 2026 auf dem Schloss Friedenstein in Gotha

Das Schauspiel „Die Schule der Frauen“ feiert Premiere

Nach einem Jahr Stille ertönt das Glöckchen im Westturm von Schloss Friedenstein wieder. Es ist das Zeichen für die Kulissenschieber, die barocke Bühnenmaschinerie des Ekhof-Theaters in Bewegung zu setzen: Am 10. Juli 2026 feiert das diesjährige Schauspiel des Ekhof-Festivals, Molières Komödie „Die Schule der Frauen“, Premiere. Bis zum 8. August werden Wellbaum, Donnerschacht und Co. bei insgesamt 16 Vorstellungen zum Einsatz kommen.

Unter der Regie von Naemi Friedmann bringt das im vergangenen Jahr gegründete Ekhof Ensemble die Geschichte um den selbstgefälligen Junggesellen Arnolphe auf die barocke Bühne. Dieser geht auf Nummer sicher und erzieht sich seine zukünftige Ehefrau kurzerhand selbst: Fernab von Bildung, Männern und der Welt sperrt er sie ein. Doch sein Plan geht nicht auf, die Liebe funkt ihm dazwischen.

Macht und Manipulation, Geschlechterrollen und Beziehungskonzepte, Ehe und Vertrauen – obwohl das Stück aus dem 17. Jahrhundert stammt, bleibt sein Inhalt aktuell. Mit den zutiefst menschlichen Schwächen, mit denen man zu Zeiten des Barocks kämpfte, hadert der moderne Mensch noch heute.

Der französische Schriftsteller und Schauspieler Molière (1622–1673) schrieb „Die Schule der Frauen“ im Jahr 1662. Mit dem Stück, das als sein erstes großes Meisterwerk gilt, provozierte Molière sein damaliges Publikum, denn er verlieh seinem Protagonisten nicht nur komische, sondern auch zutiefst menschliche, ernste Züge. Damit unterlief er die klassischen Genre-Regeln, löste eine heftige öffentliche Kontroverse aus und bereite der französischen „Hohen Komödie“ den Weg.

Die Regisseurin greift wie im vergangenen Jahr den Grundgedanken des „Thüringer Ensembles“ wieder auf. Es spielen überwiegend Theaterprofis aus Gotha und der Region – hoch begabt und qualifiziert. Naemi Friedmanns Inszenierung ist ein Zusammenspiel von moderner Erzählkraft, Atmosphäre und Historie: Die Kulissenschieber treten in Erscheinung, die Unterbühne klingt und barocke Musik lässt den Raum atmen.

Es sind noch Restkarten erhältlich, viele der Aufführungen sind jedoch bereits (fast) ausverkauft. Die Tickets kosten zwischen 50 und 110 Euro und sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie auf www.ticketshop-thueringen.de erhältlich.

Die Friedenstein Stiftung Gotha veranstaltet das Ekhof-Festival in Kooperation mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Noch bis zum 4. Oktober sind neben dem Schauspiel (bis 8. August) verschiedene Konzerte zu erleben. An allen Schauspielsamstagen finden um 15 Uhr Führungen im Ekhof-Theater statt.

Weitere Informationen zum Spielplan gibt es auf www.ekhof-festival.de

Alle Termine im Überblick:

  • Freitag, 10. Juli, um 19 Uhr (Premiere/ausverkauft)
  • Samstag, 11. Juli, um 19 Uhr (fast ausverkauft) – noch 1 Sitzplatz
  • Sonntag, 12. Juli, um 15 Uhr (fast ausverkauft) – noch 2 Sitzplätze
  • Donnerstag, 16. Juli, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Freitag, 17. Juli, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Samstag, 18. Juli, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Sonntag, 19. Juli, um 15 Uhr (fast ausverkauft) – noch 3 Sitzplätze
  • Donnerstag, 23. Juli, um 19 Uhr (fast ausverkauft) – noch 2 Sitzplätze
  • Freitag, 24. Juli, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Samstag, 25. Juli, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Donnerstag, 30. Juli, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Freitag, 31. Juli, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Samstag, 1. August, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Donnerstag, 6. August, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Freitag, 7. August, um 19 Uhr (noch Restkarten)
  • Samstag, 8. August, um 19 Uhr (noch Restkarten)
Ekhof-Festival 2025: Molières »Tartuffe oder der Betrüger« in einer Inszenierung von Naemi Friedmann. (Foto: Friedenstein Stiftung Gotha, Candy Welz)

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