Kinofilm „Etwas ganz besonderes“ feierte Greiz-Premiere

Premierenvorstellungen vor vollem Haus

Greiz. Eine großer Kinofilm, gedreht in Greiz – wann gab es das schon einmal? Die junge Berliner Regisseurin Eva Trobisch hat die Ostthüringer Kreisstadt als Kulisse für ihren Film „Etwas ganz besonderes“ gewählt. Nach der Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlinale 2026 in Berlin erlebte der Film am Montag, den 13. Juli, nun auch seine Greiz-Premiere. Und die fand sowohl 17 Uhr als auch 18 Uhr im ausverkauftem großen Saal des Kinos UT 99 statt.


Eva Trobisch war zu der Greiz-Premiere mit ihrer Produzentin Trini Götze, dem Schauspieler Florian Geißelmann und weiteren Mitgliedern des Filmteams gekommen und freute sich natürlich sehr über das große Interesse der Greizer. „Mein Opa ist hier geboren. Er hat mir vor zehn Jahren einmal seine Stadt gezeigt und ich war so beeindruckt von ihr, dass bereits damals für mich feststand, hier in Greiz muss ich einen Film drehen“, verriet die Regisseurin dem Kinopublikum.

Der Opa, Peter Diezel, Jahrgang 1939, war bei der Filmpremiere am Montag in Greiz selbstverständlich auch dabei. „Ich habe hier einst Schlosser gelernt, in der Novotex, die später in die Greika überging“, erzählt der Senior. Nach der Ausbildung orientierte sich Peter Diezel beruflich aber um. Er studierte Theaterwissenschaften und promovierte an der Humbold-Uni in Berlin. Von 1969 bis 1993 war der gebürtige Greizer Mitarbeiter der Akademie der Künste. „Ich habe aber auch 20 Jahre als Dramaturg am Theater Zwickau gearbeitet“, verrät Diezel, der seit 1965 mit seiner Familie in Berlin lebt. Die Verbindung zu seiner Geburtsstadt besteht aber bis heute. „Ich liebe Greiz. Ich bin öfters hier und bin begeistert, wie sich die Stadt entwickelt hat. Das wollte ich unbedingt meiner Enkelin zeigen“, so der Opa von Eva Trobisch.

Die Regisseurin hat sich vor zehn Jahren von der Greiz-Begeisterung ihres Opas anstecken lassen. „Seitdem habe ich an dem Script für den Film geschrieben“, verrät die 42-Jährige zur Greiz-Premiere von „Etwas ganz Besonderes“. Nach einer Vorbesichtigung im Herbst 2023 mit der Knüpfung lokaler Kontakte unter anderem mit dem Filmemacher Elric Popp, der wie auch andere Greizer als Komparse im Film mitwirkt, fanden die Dreharbeiten von Ende April bis zum 31. Mai 2024 in Greiz statt.    

„Für den Film stand ein Budget von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung, gefördert unter anderem von Arte und dem ZDF“, informiert Produzentin Trini Götze. Entstanden ist ein großes Familiendrama, das die Konflikte dreier Generationen in der ostdeutschen Provinz thematisiert und mit einem Hoffnungsschimmer endet. Der Schauplatz Greiz ist in „Etwas ganz besonderes“ für die Zuschauer klar erkennbar, wobei die Schönheit der Stadt genauso wie deren morbider Charme gleichsam in Szene gesetzt wurden.

Diese Balance war auch ein Thema der Podiumsdiskussion mit den Filmschaffenden nach der ersten Aufführung im Greizer Kino. Nicht jeder im Publikum konnte der Auffassung der Regisseurin folgen, dass der Verfall und die Patina an Gebäuden auch eine Schönheit ausstrahlen. „Es ist ein nachdenklich machender Film“, schätzt zum Beispiel der Greizer Gottfried Krammer ein, „Unsere Stadt ist ganz gut dargestellt, doch es gibt hin und wieder Ecken und Kanten in der Darstellung der Gebäude. Greiz hat doch eine sehr schöne Baukultur, die hätte man mehr zeigen können.“  

Der Film läuft noch im aktuellen Programm des Greizer Kinos.

Hier die Bilder von der Premiere am 13. Juli:

Die Filmcrew mit Regisseurin Eva Trobisch (5. v. re.), ihrem Opa Peter Diezel (links) und Vertretern der Stadt Greiz. (alle Fotos: Gerd Zeuner)
Der große Saal 1 im Kino UT 99 war zur Greiz-Premiere ausverkauft.
Regisseurin Eva Trobisch (Mitte) mit Schauspieler Florian Geißelmann und Produzentin Trini Götze bei der Podiumsdiskussion nach der Greiz-Premiere

Weitere Impressionen von der Premiere 17 Uhr:

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