Geschichte sichtbar machen
Der Künstlerin Tatjana Lietz wird zum 110. Geburtstag eine Gedenktafel gewidmet
Im Zwickauer Stadtgebiet befinden sich neben geschichtsträchtigen Gebäuden, Parkanlagen und Denkmälern auch einige Orte, die helfen, die Erinnerung an wichtige Personen, Ereignisse oder Opfer der Vergangenheit wachzuhalten. Hierzu zählen unter anderem Stolpersteine, Gedenksteine, Kriegsgräber und – Frauenorte. Letztere sind im historischen Rosengarten im Schwanenteichpark zu finden (Ecke Humboldtstraße / Reichenbacher Straße). Bisher wird hier zwei bedeutender Zwickauerinnen gedacht: Prof. Dr. jur. habil. Gertrud Klara Rosalie Schubart-Fikentscher, die erste Jura-Professorin in Deutschland, und Berta von Groitzsch als Stifterin der ersten urkundlich erwähnten Pfarrkirche im Raum Zwickau.
Gestern wurde im historischen Rosengarten ein dritter Frauenort eingeweiht. Mit diesem möchte die Stadt die lettisch-deutschen Malerin, Kunstpädagogin und Sprachlehrerin Tatjana Lietz ehren, die 1945 nach Zwickau kam und hier bis zu ihrem Tod am 11. März 2001 vor allem künstlerisch wirkte. Sie war Ehrenmitglied im Kunstverein Zwickau e.V. und Ehrenbürgerin der Stadt.
Am heutigen Mittwoch, 9. September, jährt sich der Geburtstag von Tatjana Lietz zum 110. Mal. Ein schöner Anlass, der Künstlerin nun auch in Form eines neuen Frauenortes zu gedenken. Das dachte sich vor allem ihr letzter Malschüler Christian Siegel und regte eine Umsetzung an: „Mit ihr haben wir nicht nur eine der besten Künstlerinnen der Region und eine beliebte Lehrerin verloren. Mit ihr ging auch die letzte kleine Privatuniversität von uns, wie Freunde sie liebevoll bezeichneten. Wissen, Toleranz und Freigeist gepaart mit klarem Menschenverstand und ebenso politischer Wachsamkeit und vor allem auch Empathie zeichneten sie aus.“ schwärmt Siegel noch heute von ihr.
Aus Anlass ihres 100. Geburtstags wurde bereits im Jahr 2016 der „Tatjana-Lietz-Weg“ zwischen Peter-Breuer-Straße und Dr.-Friedrichs-Ring im Zwickauer Stadtzentrum eingeweiht. „Vielleicht können wir zu ihrem 110. Geburtstag im September auch eine Gedenktafel im Rahmen des Frauenortes im Schwanenteichpark aufstellen.“ so Siegel.
Hintergrund und Petition
Die beiden ersten Gedenkorte für bedeutende Zwickauer Frauen sind Teil des Projektes „Frauenorte Sachsen“, das sich aus einer Idee im Rahmen der Expo 2000 entwickelte.
In Sachsen wurde das Projekt bisher über den Landesfrauenrat Sachsen organisiert und finanziert. Leider gibt es derzeit keine Weiterförderung mehr.
Die Zwickauer Gleichstellungsbeauftragte, Ulrike Lehmann, und die CDU-Fraktion im Zwickauer Stadtrat haben deshalb die Initiative ergriffen, den Gedenkort im Schwanenteichpark als Zwickauer Frauenort eigenständig weiter zu entwickeln. Eine Finanzierung soll jedoch nicht über den kommunalen Haushalt erfolgen, sondern ausschließlich über private Spenden getragen werden. Deshalb werben die Initiatoren um private Spenden, um – neben Tatjana Lietz – auch weiteren bekannten und interessanten Zwickauerinnen eine würdevolle Ehrung zukommen lassen zu können. Denkbar wären beispielsweise Frauenorte, die an die bekannte Zwickauer Biologin Susanna Kosmale oder Luise Loof, die Begründerin der Medizinischen Fachschule, erinnern.
Die Kosten für kleine Gedenkstelen mit Informationstafel liegen laut Auskunft des Garten- und Friedhofamtes bei jeweils maximal 1000 Euro.
Spenden werden erbeten an:
- Spendenkonto der Stadt Zwickau
- Sparkasse Zwickau
- IBAN: DE86 8705 5000 2244 0039 76
- BIC: WELADED1ZWI
- Verwendungszweck: 99999.00022 – Tatjana Lietz
Auf Wunsch stellt die Stadt Zwickau eine Spendenquittung aus.



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