Auszeichnung für Erhalt des Kulturdenkmals Langengasse 13
Mit der Preisvergabe wird das besondere Engagement eines Ehepaares gewürdigt.
Die mit circa 500 Leuten gefüllte Brüderkirche war auch in diesem Jahr wieder Schauplatz für die gemeinsame Eröffnungsveranstaltung der Stadt Altenburg und des Landkreises Altenburger Land zum Tag des offenen Denkmals und die feierliche Vergabe des städtischen Denkmalschutzpreises.
Eine fachkundige Jury hatte einstimmig entschieden, dass der nach dem barocken Altenburger Ratsbaumeister Johann-Georg Hellbrunn benannte Preis an die Eheleute Dagmar Schwermer-Selent und Reiner Selent gehen soll. Sie erhielten die Ehrung für ihre vorbildlichen Leistungen zur Erhaltung und Pflege sowie für die Instandsetzung denkmalpflegerisch wertvoller Details des Kulturdenkmals Langengasse 13. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro wurde auch in diesem Jahr dankenswerterweise von der Ewa (Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH) zur Verfügung gestellt.

Mit der Preisvergabe soll das besondere Engagement der Eheleute gewürdigt werden. Sie haben innerhalb von 15 Jahren mit viel Ausdauer, Liebe zum Detail und hohen Aufwendungen das Kulturdenkmal Langengasse 13 vorbildlich instandgesetzt und restauriert und damit gleichzeitig dafür Sorge getragen, dass das circa 190 Jahre alte Gebäude mit seinen vielen kleinen und großen originalen Ausstattungsdetails und Raumfassungen aus der Bauzeit und späteren Umbauphasen seinen besonderen historischen Charme und sein repräsentatives Flair bewahrt hat.
Anerkennungsurkunde für Erhalt einer Umformstation
Die Eheleute Heike und Mike Vollrath aus Altenburg wurden für ihre vorbildlichen Aktivitäten und Initiativen zur Rettung und Sicherung sowie zur Erhaltung und Pflege des Kulturdenkmals ehemalige Umformstation auf dem Grundstück Schillerstraße 26 mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet. Die Anerkennungsurkunde war mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro verbunden, das ebenfalls die Ewa bereitgestellt hat. Die Würdigung wurde auch mit dem diesjährigen Schwerpunktthema des Denkmaltages begründet: „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.

Was könnte hierzu besser passen, als die Würdigung einer besonderen Leistung zur Rettung und Erhaltung eines wichtigen Zeugnissen der Entwicklung der technischen Infrastruktur der Stadt Altenburg. Die ehemalige Umformstation auf dem Grundstück Schillerstraße 26 wurde im Jahre 1927 zur Stromversorgung der damals in diesem Stadtbereich neu errichteten Wohngebiete erbaut. Dank des Engagements der Eheleute Vollrath kann die „kleine Umformstation“ in der Schillerstraße nun als regelrechtes Schmuckstück im nächsten Jahr stolz ihren 100. Geburtstag feiern.
Anerkennungsurkunde für Ingenieurbüro
Das Ingenieurbüro Holger Döbelt GmbH und Co. KG aus Leipzig wurde für die vorbildliche Planungsleistung zur Erhaltung und Pflege der Kulturdenkmale Südstraße 1-39 mit Käthe-Kollwitz- Straße 55-55 b mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet. Im Jahre 2020 wurde das Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Konzeptes sowie der späteren Objektplanung, Tragwerksplanung und Bauausführung für die denkmalgerechte Instandsetzung und Modernisierung der Gebäude mit insgesamt 90 Wohnungen beauftragt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Erhalt der historischen Fassaden und Dächer, der Wiederherstellung der bauzeitlichen Fenster- und Türgestaltung, der Bewahrung der originalen Treppenhäuser samt ihrer historischen Wandfassungen sowie der behutsamen Weiterentwicklung der Freiflächen- und Stellplatzsituation – stets mit dem Ziel, das geschlossene Erscheinungsbild der Kulturdenkmale zu bewahren und durch partielle Umbauten in den Gebäuden, den Anbau von vorgestellten Balkonanlagen und die Modernisierung der technischen Gebäudeausrüstung zugleich zeitgemäßen Wohnkomfort zu schaffen. Dabei wurden im Sanierungszeitraum der Jahre 2022 bis 2026 insgesamt 90 Wohnungen mit 5.800 Quadratmetern Wohnfläche und 18.000 Quadratmetern Grundstücksfläche mit 23 Hauseingängen und Treppenhäusern in 5 unterschiedlichen Gebäudetypen bearbeitet. Weiterhin wurden 94 Pkw-Stellplätze und 90 Fahrradstellplätze sowie ein Spielplatz für die gesamte Wohnanlage angelegt. Heute sind alle 90 Wohnungen in den Gebäuden vermietet.

Mit der denkmalgerechten Sanierungsplanung für die Kulturdenkmale Südstraße 1-39 mit Käthe-Kollwitz-Straße 55 – 55b hat das Ingenieurbüro Holger Döbelt GmbH und CO. KG eine vorbildliche Planungsleistung zur Erhaltung eines bedeutenden Zeugnisses des sozialen Wohnungsbaus der 1930er Jahre erbracht und zugleich einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung eines zentrumsnahen attraktiven Wohnstandortes in der Stadt Altenburg geleistet.
Die Vergabe des Johann-Georg-Hellbrunn-Preises und der Anerkennungsurkunden erfolgte durch Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann. Landrat Uwe Melzer übergab zwei Ehrenurkunden des Landkreises für herausragendes bürgerschaftliches Engagement in der Denkmalpflege. Ausgezeichnet wurden: Der Architekt Jan Godts für die Erhaltung des denkmalgeschützten Anwesens Mühle Schelchwitz sowie die Professorin Louise Walleneit für ihr Projekt Kunsthof Niederarnsdorf.
Für die musikalische Umrahmung sorgte das Philharmonische Orchester des Theaters Altenburg-Gera unter Leitung des neuen Kapellmeisters Christopher Vazan.


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