Gelingt dem RSV Rotation beim AC Heusweiler der dritte Streich?
Von Erhard Schmelzer
Nach einem erfolgreichen Saisonstart der Greizer Bundesligaringer mit zwei Siegen führt die Reise nun in das Saarland. Es ist das erste Aufeinandertreffen des Greizer Teams mit einer Mannschaft aus dem kleinen Bundesland. Gegner ist der AC Heusweiler.
Der Greizer Vereinsbus kennt die Strecke, im Januar trägt der rührige Verein jährlich ein großes Mädchenturnier aus, bei dem regelmäßig auch Greizer Nachwuchssportlerinnen starten. Zwischen den Vereinen gibt es große Gemeinsamkeiten, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre vergleicht. Vor zwei Jahren erkämpften beide Vereine die Meisterschaft in den Staffeln der 2. Bundesliga. Im Vorjahr wurden sie aus unterschiedlichen Gründen von der absoluten Spitze verdrängt.
Nun treffen die Greizer nach dem gemeinsamen Aufstieg erstmals in den Ligakämpfen aufeinander. „Unser Ziel ist es, im Saarland den dritten Sieg einzufahren“, hofft RSV-Präsident Thomas Fähndrich. Der Saisonstart des Widersachers war nicht gerade erfolgreich. Beide Kämpfe gingen verloren. Die Gegner waren allerdings auch die Spitzenvereine Kleinostheim und Hösbach. Der langjährige Vereinschef von Heusweiler Cacan Cakmak, früher selbst deutscher Meister im Nachwuchsbereich, nutzt diese Niederlagen um den Gästen die Favoritenrolle zuzuschreiben: „Greiz dürfte mit seinen starken Zugängen für uns kaum bezwingbar sein. Zumal wir eine ganze Reihe Verletzte haben, die wir ersetzen müssen.
Auch unser wichtigster Neuzugang Romeo Beridze (66 kg/g), der georgische EM-Medaillengewinner kam vom Vizemeister Weingarten, wurde in seiner Heimat bei der WM-Vorbereitung gebraucht und konnte noch nicht eingesetzt werden. Das größte Problem hat uns aber der Ringerbund beschert. Im kleinen Saarland gibt es im Umkreis von 20 Kilometern fünf Bundesligisten. Für unsere Zuschauer sind die Lokalderbys das Salz in der Suppe. Wir treffen aber nur einmal auswärts und einmal zu Hause auf einen saarländischen Verein.
Ich betreibe ein Fischhandelsunternehmen. Wenn ich an einem der 16 Standorte auftauche ist immer die erste Frage der Kunden: ‚Wann ist das nächste Derby?‘ Wenn ich dann die Situation erkläre, herrscht allgemeines Unverständnis. Das versteht keiner!“
Mindestens einer der verletzten Sportler könnte gegen Greiz ins Team zurückkehren. Der amtierende deutsche Meister im Freistil 97 kg, Gennadij Cudinovic, hat sich die Teilnahme an der Weltmeisterschaft als Ziel gesetzt. Der Olympiaachte von Tokio 2021 startete deshalb in der Vorbereitung bei einem internationalen Turnier in Polen. Der Greizer Lucas Kahnt belegte hier in der 86 kg-Klasse den dritten Platz. Cudinovic verletzte sich eine Gewichtsklasse höher und bekam von Mannschaftsarzt den Rat, einige Zeit mit Wettkämpfen auszusetzen. Was er bis letzte Woche getan hat.
Wie es am Sonnabend aussieht werden die Greizer erst an der Waage erfahren. Vor einigen Jahren machte Cudinovic bei Einzelkämpfen einen Ausflug in die 125 kg-Klasse und wurde dort auch Meister. In den letzten Jahren war er in Heusweiler nicht wegzudenken, kämpfte bei fast allen Kämpfen in der Vorrunde in der 98-kg-Klasse und in der Rückrunde bei den Schweren.
Der Kampf gegen Greiz findet wegen einer anderen Veranstaltung nicht in der traditionellen Vereinshalle, wo auch die großen Turniere ausgetragen werden, statt, sondern im 5 Kilometer entfernten Vorort Holz.
Ein Livestream ist scheinbar nicht vorgesehen.


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