Fächer mit floralen Motiven aus drei Jahrhunderten
Rosen, Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht & Co. – die neue Kabinettausstellung im Herzoglichen Museum widmet sich der Vielfalt der floralen Motive auf Fächern verschiedenster Materialien, Formen und Herkunft vom 18. zum 20. Jahrhundert. Die Präsentation im Fächerkabinett ist ab heute, 23. September, zu sehen.
Blumen sind seit jeher Symbolträger und bringen Gefühle, Wünsche oder Botschaften zum Ausdruck. Sie stehen unter anderem für Liebe, Andenken und Unschuld. Die „Blumensprache“ erlebte vor allem im 18. und 19. Jahrhundert eine Blütezeit. Ein kleiner englischer Pappfächer in der neuen Sonderausstellung erinnert daran.
Zu den Highlights der neuen Präsentation gehören ein herausragender Spitzenfächer mit prächtigem Fabergé-Gestell und ein chinesischer Fächer aus Silberfiligran. Gezeigt werden einige noch nie ausgestellte Stücke, neben Fächern auch Etuis, ein luftig-blumiges Sommerkleid und ein Gemälde mit Blumenstillleben. Von schlicht bis schillernd – das Repertoire ist umfassend: Vertreten sind unter anderem Pailletten-, Elfenbein- und ein Federfächer sowie Stabfächer mit virtuoser Blumenmalerei. Sie zeugen vom Aufstieg reiner Blumendarstellungen zum Leitmotiv des Jugendstils.
Die Friedenstein Stiftung Gotha bewahrt eine der bedeutendsten musealen Fächersammlungen in Deutschland. Der historische Bestand geht vor allem auf den kunstsinnigen Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772–1822) zurück. Eine großzügige Dauerleihgabe der Stiftung Ute Michaels in München bereichert seit 2010 die Gothaer Sammlung. Der Passion dieser beiden Sammlerpersönlichkeiten verdankt sich die Vielfalt des Fächerbestandes vom 16. bis 20. Jahrhundert.
Im Rahmen des Digitalisierungsprojektes „Gotha transdigital“ wird die Sammlung fotografisch komplett neu und wissenschaftlich weiter erschlossen. Das Projekt wird aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) gefördert.
Führung durch die Ausstellung
Am Sonntag, 27. September, führt die Kuratorin der Ausstellung Dr. Elisa Schmidt-Winkler durch das Fächerkabinett. Beginn ist um 14 Uhr, um vorherige Anmeldung unter service@friedenstein-stiftung.de oder Tel. 03621-8234-200 wird gebeten.
Treffpunkt ist an der Kasse des Herzoglichen Museums. Die Führung ist im Eintrittspreis inbegriffen (Erwachsene: zwölf Euro, ermäßigt: sechs Euro; Kinder und Jugendliche unter 13 Jahre haben freien Eintritt).


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