Das Publikum hat seine Favoriten gewählt
Die Stimmen sind ausgezählt, die Trophäen vergeben: Bei der Gala des Geraer Theatervereins am gestrigen Sonntag, den 27. September, wurden die diesjährigen Theater-Oskars verliehen.
Mit den Auszeichnungen ehrt der Verein seit 1994 alljährlich Künstlerinnen und Künstler, Inszenierungen und Ensembles, die das Publikum des Theaters Altenburg Gera besonders überzeugt haben. Über die Preisträger konnten neben den Vereinsmitgliedern auch die Theaterbesucher abstimmen.
In der Kategorie „Beliebteste Inszenierung“ setzte sich das Musical „My Fair Lady“ in der Inszenierung von Generalintendant Kay Kuntze durch. Der Musicalklassiker erzählt von der Wette des Phonetikprofessors Henry Higgins, der das einfache Blumenmädchen Eliza Doolittle innerhalb weniger Monate in eine elegante Dame der Gesellschaft verwandeln will. Das Stück feierte am 3. November 2024 im Theaterzelt Altenburg Premiere und erfreute sich in den vergangenen Spielzeiten großer Beliebtheit.
Als beliebteste Künstlerin im Musiktheater wurde Sopranistin Julia Gromball ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2023/24 gehört sie zum festen Ensemble des Theaters Altenburg Gera und spielte in unzähligen Titelpartien unter anderem Lucia in „Lucia di Lammermoor“, Eliza Doolittle in „My Fair Lady“ und Dolly Fleuriot in „Meine Schwester und ich“.
Der Theater-Oskar für die beliebteste Künstlerin im Sprechtheater ging an Mechthild Scrobanita. Die Schauspielerin, die mittlerweile im Ruhestand ist, war über Jahrzehnte ein prägendes Mitglied des Altenburger Ensembles. In 43 Jahren am Theater verkörperte sie über 160 Rollen.
Im Ballett wurde Tänzerin Estefania Hernandez als beliebteste Künstlerin ausgezeichnet. In der vergangenen Spielzeit war sie unter anderem in der Titelpartie von „Dornröschen“ zu erleben. In der Titelrolle begeisterte sie nicht nur mit ihrer Technik sondern auch mit ihrer Bühnenpräsenz.
Der Publikumspreis für den beliebtesten Künstler im Orchester ging an den Solohornisten Luis Fernando Mayo Ospina. Der Musiker gehört seit 2024 zum Philharmonischen Orchester Altenburg Gera und war vergangene Spielzeit unter anderem als Solist in der Europäischen Erstaufführung des Hornkonzerts von Alexis Aranda im 7. Philharmonischen Konzert zu erleben.
Neben den Publikumspreisen wurden drei weitere Auszeichnungen vergeben. Der Innovationspreis ging an „Der Weg des Orpheus“, das außergewöhnliche Stationentheater, mit dem das Theater Altenburg Gera im August 2025 erstmals ein spartenübergreifendes Theatererlebnis in den öffentlichen Raum Geras brachte. An zehn Stationen führte die Reise vom Hofgut Gera bis zum Theater Gera. Beteiligt waren unter anderem das Thüringer Staatsballett, das Philharmonische Orchester Altenburg Gera, das Schauspiel- und Puppentheaterensemble, das Kinder- und Jugendballett, der Philharmonische Chor sowie Solisten des Musiktheaterensembles und der Opernchor. Die Konzeption stammte von Generalintendant Kay Kuntze und Autorin Sophie Jira.
Der Preis für das „Beste Ensemble“ ging an „Rhythm Is a Dancer“. Die Produktion verbindet Schauspiel und Tanz mit der Musik aus den 1990er Jahren und nimmt das Lebensgefühl der Altenburger Nachwendezeit in den Blick. Auf der Bühne stehen Mitglieder des Schauspielensembles und die Elev:innen des Thüringer Staatsballetts gemeinsam mit dem Altenburger DJ Steffen Witor. Die Produktion hat inzwischen mehr als 8.000 Besucher begeistert.
Mit dem Ehren-Oskar wurden Olav Kröger und Manuel Kressin ausgezeichnet. Olav Kröger ist seit 1989 am Altenburger Theater tätig und prägte als Schauspielkapellmeister mit seinen Kompositionen und musikalischen Arrangements zahlreiche Produktionen des Hauses. Schauspieldirektor Manuel Kressin steht seit vielen Jahren für die Entwicklung neuer Formate und spartenübergreifender Produktionen. Ein besonderes Interesse seiner Arbeit gilt dabei auch der Förderung verborgener Talente innerhalb des Ensembles.


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