Sinfoniekonzertes der Vogtland Philharmonie am 14. Oktober in Reichenbach und am 16. Oktober in Greiz
Wenn die Fans in Ohnmacht fallen Taylor Swift, Take That, The Beatles, Elvis Presley … Heute wie schon vor Jahrzehnten gibt und gab es Künstler, die ihre Fans reihenweise in Ohnmacht haben fallen lassen.
Durch langes Warten auf die vordersten Plätze, Enge und Sauerstoffmangel im Publikum, lautes Kreischen und aufgewühlte Gefühlzustände kommt es medizinisch zur Überreizung des Vagusnerves, was zu Blutdruckabfall und entsprechender Bewusstlosigkeit führt. Das Phänomen ist aber keineswegs eines der Neuzeit, sondern schon seit Jahrhunderten bekannt. Auch wenn man gern vermutet, dass Konzerte in der Wiener Klassik und Frühromantik gesitteter zugingen, hat schon der exzentrische Violin-Virtuose Niccolò Paganini (1782–1840) vor allem seine Zuhörerinnen in ganz Europa in Ohnmacht gespielt. Neue Spieltechniken und eine Form des Konzertierens, bei der der Solist allein im Rampenlichte steht und das Orchester nur schmückendes Beiwerk ist, brachten ihn gar den Beinamen Teufelsgeiger ein.
Ob also das Publikum des 2. Sinfoniekonzertes der Vogtland Philharmonie am Mittwoch, 14. Oktober, im Neuberinhaus Reichenbach und am Freitag, 16. Oktober, in der Vogtlandhalle Greiz besser Blutdrucktabletten dabeihaben sollte…? Hier steht immerhin Paganinis 1816 entstandenes Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 6 auf dem Programm – gespielt von der Geigerin Maria-Elisabeth Lott. Sie gilt international als eine der besten deutschen Geigerinnen ihrer Generation und begeistert auf der Bühne mit ihrer Spielfreude, ihrer natürlichen und intensiven Musikalität und makellosen Technik.
Um dem „schmückenden Beiwerk“ dann wieder mehr Präsenz zu geben, spielt die Vogtland Philharmonie im zweiten Konzertteil Johannes Brahms‘ (1822–1897) Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73, die der Komponist aus lauter Lebensfreunde im Sommer 1877 in nur wenigen Tagen am schönen Wörthersee schrieb.
Eingeleitet wird der Abend mit der Ouvertüre von Grażyna Bacewicz (1909–1969). Die bedeutende polnische Geigerin, Pianistin und Komponistin ließ später sämtliche Strömungen des 20. Jahrhunderts in ihre Werke einfließen ließ. Ihre 1943 komponierte und am 1. September 1945 in Krakau uraufgeführte Ouvertüre ist jedoch noch klar von klassischen Strukturen und Tonalität geprägt.
Die Konzerte beginnen jeweils um 19:30 Uhr und stehen unter der Leitung von Chefdirigent Florian Ludwig. Die Konzerteinführungen mit Michael Pauser finden 18:45 Uhr im großen Saal statt. Karten für Reichenbach gibt es in der Kultur-Info (Telefon 03765-3259240) oder unter neuberinhaus.reservix.de, für Greiz in der Vogtlandhalle (Telefon 03661-62880), der Tourist-Info (Telefon-703293) sowie bei Eventim. In den beiden Häuser gibt es auch vergünstigte Abonnements mit persönlichem Sitzplatz und der Option auf ebenso vergünstigte Silvester- und Neujahrskonzertkarten. www.v-ph.de


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