Musik-Theater, Kunst-Ausstellung mit Solo-Konzert und Film in der Kreuzkirche
Das 1. VIVA JAZZ FESTIVAL findet am 26. und 28. Juni 2026. Mit dem Musik-Theater „Die Jazzpianistin“ am Freitag, einer Kunst-Ausstellung mit Malerei von Johannes Gräbner und kleinem Konzert des Künstlers am Sonntag sowie und dem Doku-Film „Being Hipp“ über das außergewöhnliche Leben der Jazzpianistin Jutta Hipp am Sonntagabend.
Leider muss das für Sonnabend geplante Konzert mit dem Antinia Hausmann Quartett wegen einer Erkrankung ausfallen. Ein Ersatz war so kurzfristig nicht möglich, teilt der Viva-Verein mit und wünscht dem Pianisten Johannes Bigge gute Besserung. Bereits erworbene Tickets für das Konzert gelten auch für das Musiktheater am Freitag und können aber auch zurückgegeben werden. Wobei sich der Verein natürlich auch über das Behalten der Karten als „Spende“ freuen würde.



DIE JAZZPIANISTIN
Freitag, 26.6.2026 · 20 Uhr
Musik-Theaterstück über eine »vergessene Legende« von Patricia Hoffmann Eigentlich wollte Jutta Hipp (1925–2003), Europes First Lady of Jazz, nach ihrer viel zu kurzen, aber umso beeindruckenderen Karriere nie wieder in der Öffentlichkeit auftreten. Das Klavierspiel hat sie seit vielen Jahren aufgegeben. Noch immer liebt sie die Musik, aber ihre Schaffenskraft gilt nun der Malerei. Mit viel sensibler Überzeugungskraft hat es die „Hot Club“-Moderatorin Leo geschafft, Jutta Hipp zu einem letzten Gespräch in der Öffentlichkeit zu bewegen. Als ältere Dame reist sie noch einmal von New York, nach Deutschland, um in Leos Talkshow Gast zu sein. Gemeinsam mit dem Melba Liston Trio lassen sie das bewegende und bewegte Leben der Ausnahmekünstlerin Revue passieren. Ihre Geburtsstadt Leipzig und der Beginn ihrer heimlichen Liebe zum verbotenen Jazz während der Zeit der Nationalsozialisten sind genauso Thema wie ihr musikalisches Talent, ihr Aufstieg, ihre Abstürze, ihre Schicksalsschläge und ihre großen Triumphe in New York.

JOHANNES GRÄBNER – RESONANZEN
Malerei & Musik im Dialog
Der Maler und Musiker über sein Werk: „Meine abstrakten Arbeiten verlangen danach, erfahren anstatt begriffen zu werden. Der malerische Prozess zeichnet sich durch einen meist offenen, intuitiv reagierenden und suchenden Charakter aus. Ich versuche ein bildnerisches Pendant zu der sprachlosen Poesie klanglicher Phänomene zu entwickeln. Ob harmonisch, dissonant, rauschend oder rhythmisch – die Malereien und Grafiken postulieren durch Farbe, Form und Materialität eine Sinnhaftigkeit, die nicht sprachlich gedeutet aber, ähnlich der Musik, unmittelbar sinnlich erfahren werden kann. Diese Unmittelbarkeit, die keine begriffliche Deutung oder gegenständliche Assoziation bedarf, steht für mich im Prozess meiner abstrakten Arbeitsweise im Fokus.“
VERNISSAGE der Ausstellung RESONANZEN mit Malerei, Künstlergespräch und kleinem Solo-Konzert des Künstlers am Sonntag, 28. Juni, um 17 Uhr.
BEING HIPP
Doku-Film am 28. Juni 20 Uhr über Musik, Mut und das Verschwinden einer Legende – die Jazzpianistin Jutta Hipp
Ein Film von Anna Schmidt. 52 Minuten. Koproduktion mit MDR und BR für ARTE Wer war Jutta Hipp? Eine deut sche Jazzpianistin, die sich gegen alle Widerstände in der männer dominierten Jazzwelt New Yorks der 1950er Jahre durchsetzte. Die erste weiße Frau, die einen Plat tenvertrag bei Blue Note Records erhielt. Eine Künstlerin, gefeiert von der Presse, verehrt von Kol legen – und doch: Nach wenigen Jahren verstummt sie, verlässt die Bühne und arbeitet fortan anonym in einer Textilfabrik in Queens. Was ist passiert? Warum verschwand eine der span nendsten Figuren der Jazzgeschichte einfach so? BEING HIPP begibt sich auf Spurensuche. Der Film erzählt nicht nur die Geschichte einer faszinierenden Musikerin, sondern entfaltet zugleich ein Panorama der transatlantischen Jazzkultur in ei ner Zeit des Umbruchs – zwischen Krieg und Nachkriegszeit, Aufbruch und Ausgrenzung, Hoffnung und Einsamkeit. Legen däre Jazzgrößen wie David Amram, Lou Donaldson und Sheila Jordan, die Jutta Hipp noch persönlich kannten, erinnern sich an eine Frau voller Talent, Charisma und Widerspruch. Ihre Biografin Ilona Haberkamp teilt bisher unveröffentlichtes Ar chivmaterial, Clara Haberkamp interpretiert Hipps Musik neu, die renommierte Harvard-Professorin Ingrid Monson analysiert die politischen und kulturellen Spannungsfelder, in denen sich Jutta Hipp bewegte. Terri Lyne Carrignton und Cecil McBee, andere wichtige Stimmen der heutigen Jazzszene geben dem Film Tiefe – als Hommage an eine Frau, die ihrer Zeit weit vo raus war. Mit filmischer Eleganz, musikalischer Leidenschaft und dokumentarischer Tiefe zeichnet BEING HIPP das Porträt einer Künstlerin, die nie gefallen wollte – und sich damit selbst zur Legende machte. Der Film erhielt 2026 den Deutschen Jazz Preis für die journalistische Leistung!

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