Am Wochenende war historisches Markttreiben in der Innenstadt
Das Kulturamt informiert:
Die Uhr um ein paar Wochen, Monate oder gar Jahrhunderte zurückdrehen – Wer wünscht sich das nicht hin und wieder? Wer am vergangenen Wochenende durch die Zwickauer Innenstadt schlenderte, durfte solch eine Zeitreise unternehmen. Das Historische Markttreiben lud unter dem Motto Zwickau im Wandel der Zeit zu einem Ausflug in die Vergangenheit ein. Am 12. und 13. September lockte die Veranstaltung zahlreiche Gäste ins Zwickauer Stadtzentrum. An beiden Tagen hatte der Markt von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Schauplätze des Historischen Markttreibens waren der Domhof, der Hauptmarkt und der Kornmarkt. Der Domhof mit den Priesterhäusern entführte ins Mittelalter und die Reformationszeit. Der Hauptmarkt erzählte Geschichten aus der Zeit Robert Schumanns, dem Biedermeier, wohingegen der Kornmarkt die Zeit der Industriellen Revolution sowie die Zwickauer Automobilgeschichte in den Fokus nahm.
Liebevoll gestaltete Marktstände säumten die Straßen und Plätze. Hier konnten allerlei handgefertigte Waren erworben werden. Kleidungsstücke, Gebrauchsgegenstände, Schmuck und Dekoratives, u.a. aus Holz, Textilien, Papier und Keramik, gingen über den Warentisch. Auch Kräuter, Holzlaternen, Leinenprodukte und floristische Artikel erfreuten sich großer Beliebtheit. Darüber hinaus konnten die Besucher den vielen Handwerkern über die Schulter schauen und selbst spezielle Handwerkstechniken erproben. Ob Geigenbau, Schmieden, Buchbinderei, Schnitzkunst, Filzen oder Blechbearbeitung – traditionelle wie auch moderne Handwerkskunst stehen beim Historischen Markttreiben seit jeher im Mittelpunkt.
Auf dem Kornmarkt präsentierten u.a. Zimmerer, Maurer, Dachdecker und Tischler ihr Handwerk. Wer selbst aktiv werden wollte, hatte die Gelegenheit, Maurerarbeiten mit Mörtel durchzuführen. Auch das Schauschmieden lockte viele Interessierte an. Die Kulisse wurde umrahmt von historischen Fahrzeugen des August Horch Museums – ein sehr beliebtes Fotomotiv! Bleibende Erinnerungen schaffte auch der Fotostand des Kulturamtes auf dem Domhof: Zahlreiche Gäste nutzten die Möglichkeit, in farbenprächtige Kleider und elegante Kostüme aus dem Fundus des Theaters Plauen-Zwickau zu schlüpfen und sich damit ablichten zu lassen. Ebenso erfreuten sich die Portrait- und Karikaturenzeichner eines großes Besucherandrangs.
Die Innenstadt Zwickau einmal aus ganz anderer Perspektive erkunden – auch das war beim Historischen Markttreiben möglich: Stündlich ab 12 Uhr starteten am Robert-Schumann-Haus Kutschfahrten durch die Altstadt. Sowohl die Postkutsche als auch die historische Kutsche zogen mit den Marktgästen durch die Straßen und ließen tief in die Stadtgeschichte und in die vergangenen Epochen eintauchen. Ebenso wissenswerte Einblicke in Zwickaus Historie gewährten die Stadtführungen, welche die Gäste mit auf eine besondere Zeitreise nahmen.
Erstmalig beim Historischen Markttreiben dabei war das Wandertheater Passelande. Im Innenhof der Priesterhäuser zeigten sie vor begeistertem Publikum mehrfach das Stück Tamas und der Mond. Der Innenhof war bis auf den letzten Platz gefüllt mit Gästen des Marktes, die der Geschichte lauschten und von dem Schauspiel beeindruckt waren. Darüber hinaus boten die Priesterhäuser etliche Programmpunkte an, welche an die derzeitige Sonderausstellung „ERINNERNS_WERT. Jüdische Spuren in Zwickau“ anknüpfte. So nutzten die Besucher u.a. die Gelegenheit, ihren Namen in hebräischer Schrift zu schreiben und Bräuche zum jüdischen Neujahr zu entdecken.
Ebenso entführte das Robert-Schumann-Haus in vergangene Zeiten. Bei Grammophon-Vorführungen war Schumann auf Schellack zu erleben. Weitere Programmhighlights waren Vorführungen eines Drehorgelklaviers und Konzerte am Clara-Wieck-Flügel. Die Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum luden im ZwischenRAUM zu mehreren Führungen durch die Ausstellung sowie zu einer historischen Druckwerkstatt ein, während die Ratsschulbibliothek ein umfangreiches Repertoire alter Bücher zum Kauf anbot.
Auf den Marktplätzen stellten junge Zirkusartisten, Marionettenspieler, Blechbläser, Sänger und der Geschichtenschnitzer ihr Können unter Beweis. Stelzenläufer, Radfahrer und Pferdegespanne zogen durch die Straßen und sorgten bei Jung und Alt für Unterhaltung. Schlemmern, bummeln, Neues ausprobieren oder einfach für eine Weile in dieser historischen Szenerie verweilen – all das machte das Historische Markttreiben möglich.
Das Kulturamt dankt allen Mitwirkenden, Händlern, Künstlern und Gastronomen sowie allen Unterstützern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.



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