Endlich Rechtssicherheit
Ein verlorenes Prunkstück der Gothaer Sammlung ist auf den Friedenstein zurückgekehrt: eine ovale Kanne aus grünem Nephrit. Die Kanne ist über mehr als drei Jahrhunderte kontinuierlich in den Gothaer Sammlungen dokumentiert, bevor sich ihre Spur nach dem Zweiten Weltkrieg verliert.
Mit der Deckelkanne, die zu den wenigen bekannten europäischen Jadegefäßen aus dem 17. Jahrhundert zählt, ist eine sechsteilige Garnitur aus geschliffenem Edelstein nun wieder komplett. Diese befand sich bereits seit 1656 in der Gothaer Kunstkammer. Das Ensemble wird der Öffentlichkeit ab dem morgigen Dienstag, 15. September, im Nordflügel von Schloss Friedenstein in der Kunstkammer-Ausstellung präsentiert.
Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, welche das Objekt auch vorfinanziert hat, der Kulturstiftung der Länder sowie der Rudolf-August Oetker-Stiftung konnte die Deckelkanne aus dem französischen Kunsthandel zurückerworben werden.
Der Verlust der Kanne ist im Zusammenhang mit den nach 1945 einsetzenden, teils unerlaubten Entnahmen und Veräußerungen aus den Gothaer Sammlungen zu betrachten. In diesem Rahmen stellte die Friedenstein Stiftung Gotha am heutigen Montag ein neues Gutachten zu der Verlustlinie „Entnahmen durch Mitarbeiter 1948/49“ vor. Dieses schafft eine wesentliche rechtliche Grundlage für die Rückführung von Objekten, die 1948/49 unrechtmäßig aus den Gothaer Sammlungen veräußert wurden.


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